Montag, 9. Juli 2018

Die Futter-Rennrad-Runde



Noch ist es recht kühl, aber es reicht schon für kurz/kurz und wir rollen um 9:00 Uhr in Peine los. Eigentlich schon verwunderlich, denn den Abend haben wir bei Freunden am Lagerfeuer verbracht. 

Gitarre, bissel Feuer und Freunde, ach iss das Leben schön.
 
Der Wind kann sich irgendwie nicht entscheiden und bläst wild gefühlt aus allen Richtungen. Wir lassen es geschmeidig ruhig angehen und rollen über Nebenstraßen durch Fürstenau, Vechelde und Salzgitter. Sobald wir Salzgitter/Gebhardshagen erreicht haben, verändert sich die Landschaft. War der Anblick doch vorher eher so, dass doch alles recht flach war und immer mit einer Industrieskyline im Hintergrund aufwartete, wurde es nun hügliger und der Harz erschien am Horizont. 






Dank der schönen Landschaft radelten wir entspannt ohne Windschattenkolonne durch die Gegend und erreichten sehr schnell unser erstes Ziel, den Biergarten in der Klosteranlage Wöltingerode. Hier gab es ein verfrühtes Mittagessen und so einige Bübble (natürlich alkohlfrei) als Schluckhilfe. 

Moni futtert Klosterburger...

...ich gönne mir Roastbeef mit Wiesenzeugs.





Nach dieser Stärkung führte uns unser Weg immer entlang des Harzer Vorlandes mit fantastischen Blick über goldgelbe Weizenfelder. Mögen diese derzeit auch unter Wassermangel leiden, ist ihr Anblick vielleicht gerade deshalb so „goldig“ für unser Auge. Von diesem Goldanblick getragen fliegen wir förmlich trotz heftigem Gegenwind Richtung Annes Bauerncafe. 







Hier landen wir sogar noch 10 Minuten zu früh, denn der Kuchen wird erst ab 14:00 Uhr serviert. Auf dem Hof war noch kein Mensch und Hartmut fragt, ob es hier immer so leer sei. Ich antworte nur, warte mal bis 5 nach 2 und siehe da. Punkt 14:00 Uhr kamen aus allen Richtungen die Renterbrigaden um den leckeren Kuchen zu frönen. 



In dieser Reihenfolge bitte...

weiter gehts



Rein nach dem Motto „nach dem Kuchen ist vor dem Eis“, geht es nun durch das niedersächsische Allgäu über die A7 rein ins schöne Lammetal. Wem das Lammetal nichts sagt, hier gibt es die Sportstadt Bad Salzdetfurth mit genialem Mountainbikepark, hin wieder MTB-Bundesligaluft in der Altstadt und ein Eiscafe. 






Nachdem wir auch im Eiscafe wieder mehr Zeit verbracht haben als wir ursprünglich geplant hatten war klar, wir müssen uns etwas beeilen um noch im Hellen unsere letzte (private) Pausenstation in Ilsede zu erreichen. Wir rollen aus dem Lammetal, fahren entlang der Innersten und nehmen mit Schwung den letzten kleinen Anstieg und erreichen bei Wöhle wieder das gewohnte Flachland. Mit viel Rückenwind, der leider von der falschen Seite kam…ging es Richtung Heimat. 


Eine letzte kurze Pause und dann mit Schwung die 160 voll gemacht.


Nun, die angestrebten 27 km/h im Mittel haben wir bei all unserer Gemütlichkeit nicht erreicht, dafür aber wunderschöne 160,2 Kilometer auf dem Rad mehr als entspannt genossen. 




Wer diese Runde mit dem Renner nachfahren möchte, hier die GPS-Daten. Bitte denkt aber daran, wir benutzen unsere Rennräder auch ohne Asphalt! 
Klick it -
GPSies - Futterrunde Peine

Mittwoch, 4. Juli 2018

Heavy 24 Chemnitz, ganze Kerle, halbe Sache!

Lars und Sabo beim MT8 in Vorbereitung für`s Heavy24



Als ich diesen Bericht auf Facebook zum Heavy24 gelesen habe, habe ich sofort wieder die Nässe und Kälte des Events gespürt. Lars und Sabo sind als 2er Team gestartet und was sie erlebt, gefühlt und erlitten haben, könnt ihr hier als Gastbeitrag nachlesen. 

Heavy 24 Chemnitz Ganze Kerle, halbe Sache – Ein Bericht von Lars.

Über alles und jeden werden Statistiken geführt. Zum Beispiel, dass ein Mensch 1140 Anrufe pro Jahr macht. Oder dass sich eine Frau durchschnittlich 111 Handtaschen im Leben kauft. Angesichts der gegenwärtigen Bodenbeschaffenheit beim diesjährigen 24h MTB-Rennen in Chemnitz, frage ich mich gerade, ob es auch eine Statistik darüber gibt, wieviel Kubikmeter Waldboden der durchschnittliche Mountainbiker in seinem Leben verspeist? 



24h-Rennen genießen mittlerweile denselben Kultstatus unter laktatgeilen Ausdauerstrebern, wie die angesagten Festivals unter kuttentragenden Naturmattenträger. Nur dass der übermäßige Konsum von Grillgut und Bier ersetzt wird durch übermäßigen Konsum von geschmacksbankrotter Gel-Riegel-Zwecknahrung. Das Ergebnis am darauffolgenden Tag ist stets dasselbe. Ein Körpergefühl, wie verdroschen worden zu sein, Berge von Schmutzwäsche und dünner Stuhl. 

Als feste Institution aller laktatsüchtigen Geländeradfahrer, findet das Heavy 24 in Chemnitz als größte MTB-Veranstaltung im Osten der Republik mittlerweile zum 12. Mal statt. Und damit eine solche Veranstaltung auch aus wettertechnisch kachelmännischer Sicht ein Erfolg wird, findet dieses Event wie gewohnt um den Sommeranfang statt. 



Als um 12.00 Uhr der Startschuss ertönt, wird unterdessen seit Stunden schon Chemnitz vollgeregnet. Hat ja gut geklappt. 

In diesem Jahr haben sich Sabo und ich in einer Zweier-Konstellation zu diesem Ausdauerwahnsinn eingeschrieben. Wobei die viel größere Hürde, als das Ziel zu erreichen, ist, angesichts des unverhältnismäßig hohen Ansturms auf die Startplätze, überhaupt erst einmal die Startlinie zu erreichen. Gut zu wissen, dass Sabo durch seinen Vorjahrespodiumsplatz eine Startplatzgarantie besitzt. Somit bleiben uns die Verzweiflungsmomente des Anmeldekrimis erspart, bei dem im Minutentakt die Server des Anmeldeportals abrauchen und somit auch die Nervenkostüme aller Beteiligten. 

Der morgendliche Präparationswahnsinn vor einem Rennen ist wie immer derselbe. Startnummer am Lenker anzippen, Getränkeflaschen mit isotonischem Getränk füllen, das isotonische Getränk verkosten um das Mischungsverhältnis nach Sommeliermanier zu beurteilen, Klamotten zurechtlegen, Kleinkram wie Pannenset, CO2-Kartusche, Gel und Riegel im Trikot verstauen, ein anderes Trikot besser finden und alles wieder umpacken. 

Blick ins Teamzelt.


Der Startblock bei einem 24h-Rennen ist ein kunterbunter Haufen von Startern aller Leistungsklassen. Zum einen sind da die Leistungsstreber mit ihrer buntbedruckten und teilweise auch teilfinanzierten Oberbekleidung, Fahrer mit federwegpotenten Bergabfahrrädern, Fatbiker und fette Biker. Plötzlich regnet es Kleidungsstücke. Als der Moderator die verbleibende Zeit bis zum Start mit „nur noch zwei Minuten“ beziffert, entledigen sich alle ihrer nun als überflüssig gewordener zusätzlichen Klamotten und feuern ihre Armlinge und Windjacken einfach aus dem Startblock ihren Betreuern entgegen oder auch Unbeteiligten an den Kopf. „Drei, zwei, eins, Start“, ein Schuss, stakkatomäßiges Geklacker der Radschuhe beim Einklicken in die Pedale. Es geht los. 

Schultern und Ellenbogen rempeln aneinander. Meine Position in der ersten Reihe sichert mir ein schnelles Fortkommen aus dem bunten Knäul zu. Mein kurzer und brachialer Antritt katapultiert mich sofort an die dritte Position der Führungsgruppe. Doch nach zwei Minuten hängen meine Beine an mir herunter wie Fremdkörper. Mich durchzieht ein Gefühl, als wäre ich zehnmal mit 50 Sachen gegen eine Hauswand gefahren. Hellgrau und aus Rauputz natürlich. Heavy 24. Soziale Stellung bedeutet bei dieser Flucht aus dem Alltag absolut nichts. Alle sind gleich. Nur diejenigen, die gleicher sind, können über das Erreichen der Ziellinie anderer Rennteilnehmer durch ihre mit maximaler Kompetenzverweigerung ausgeprägten Fahrweise mitentscheiden. 

Penner, Scheiße, Hau ab und Hey rangieren ganz oben auf der Liste der aufs Minimum reduzierten Vokabelliste. Keiner für alle, jeder für sich. Ein 8er-Teamfahrer bedient sich der verbalen Lichthupe. „Platz, Platz, Platz“ schallt es lauthals von hinten, um Sabo im schmalsten Trail aus seiner Ideallinie zu befördern. Wer Sabo kennt, weiß, dass Sabo gerne später bremst, um länger schnell zu sein. Um diesen nicht ganz unriskanten Überholvorgang mit einer erzieherischen Maßnahme zu vergelten, korrigiert Sabo seine Leistungswerte kurzfristig deutlich nach oben und schließt zu diesem Rennraudi nochmals auf. Ein energisch platziertes „Plaaaaaatz“ von Sabo lehrt den Delinquenten nachhaltig in Demut. Der erneute Überholvorgang des 8er-Fahrers wird lehrbuchmäßig und kleinlaut mit „links vorbei, bitte“ angekündigt. Geht doch. 



Die Kluft zwischen den ganz langsam in der Ideallinie der Trails Herumlungernden und im Tiefflug herannahenden Schreihälsen wächst mit jeder fortschreitenden Stunde des Rennverlaufes. Und ich irgendwo dazwischen. Mir gehen diesmal Angeschriene und Anschreier gleichermaßen auf den Sack. Der Stresspegel ist ohnehin schon hoch, die Temperatur im Wald deutlich zu niedrig. Der Himmel öffnet seine Schleusen erneut und kotzt sich nasskalt über Chemnitz aus. Die schon fast abgetrocknete Strecke eignet sich nun eher für den kultivierten Reisanbau, denn als Mountainbike-Strecke. Es ergibt sich fast schon ein groteskes Bild. 

Hightech-Bikes, die gewichtsmäßig beinahe die Grenze zur Schwerelosigkeit unterschreiten, sind durch den am Bike klebenden Modder so schwer wie ein Wohnzimmerschrank Gelsenkirchener Barock in Eiche rustikal. Um einen Schuldigen zu finden, wird die Strecke bei jeder Runde von mir aufs unflätigste beschimpft. Andere zerren an ihren mittlerweile gefühlt tonnenschweren Bikes herum, wie die schottische Nationalmannschaft beim Tauziehen bei den Highland-Games. Als ich dann noch von einem 8er-Teamfahrer, der die Statur des dünneren Dicken der Wildecker Herzbuben hatte, im Anstieg einkassiert werde, ist es zu wahr, um schön zu sein. 

Das Teamzelt, ein fast trockener Ort.


Ich fühle mich irgendwie, wie am Ende der Wirklichkeit. Der einzige Lichtblick ist die fürsorgliche Betreuung unser beiden Rennbegleiterinnen Gaby und Jenny. Mit einem Lächeln im Gesicht in der Wechselzone und einem heißen Tee im Zelt warten sie routiniert nach unseren jeweils für gewöhnlich zwei Runden dauernden Einsätzen. Ansteckend auf jeden Fall auch Sabos gute Laune bei den Wechseln. Zwei, drei kurze Wortfetzen, das Nötigste ist gesagt. Ohne Haupt- und Nebensätze. Läuft. 

Ausführlichere Konversation wird via im Zelt hinterlegten Netbook betrieben, gerade Erlebtes haarklein widergegeben. Als nach ungefähr 10 Stunden des Rennens Sabo ohne seine übliche Radsportbekleidung in der Wechselzone auftaucht, fühle ich so etwas wie Erleichterung in mir. Nicht unbedingt, weil ich dies als Zeichen zur Beendigung des Rennens für uns deute. Viel mehr, weil mir diese Entscheidung nun von Sabo abgenommen wurde und nicht von meinem Körper, der schon seit Stunden im Havariemodus herumsiecht. Was ist noch normal, was ist unnormal? 

Eine schöne Normalität.


Das letzte halbe Jahr haben Sabo und ich damit verbracht, den Körper auf die diesjährige Härteprüfung beim Heavy 24 vorzubereiten. Wir haben Einheiten mit bis 5 zu Stunden Dauer im Winter auf der Trainingsrolle absolviert, uns mit Bergintervallen geknechtet, teilweise asketisch gelebt, Pulverkonzentrate und Gels konsumiert. Ist das normal? 

Oder ist es normal, am Wochenende in diesen überfüllten Einkaufsbunkern die Zeit totzuschlagen, sich mit allerlei ungesundem Kram und Cola vollzustopfen, um danach die neueste Bild-der-Frau-Diät geil zu finden und alles wieder auszukotzen? Meine eigene „Normalität“ gefällt mir eigentlich recht gut. Ich habe keinen Bock darauf, Opfer der Zeitzertrümmerungsindustrie zu werden, um schon am Nachmittag mit irgendwelchen Insolvenzen sogenannter C-Promis im Fernsehen belästigt zu werden. Zumal ich mit Sabo einen Trainingspartner habe, der die Messlatte recht hoch ansetzt und auch niemals locker lässt. 

Der nächste Morgen nach dem Rennen bringt das Gefühl von Ernüchterung, das Rennen, und somit den Saisonhöhepunkt, abgebrochen zu haben, aber auch das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Meine eigene Statistik spricht jedenfalls dafür, dass der kommende Wettkampf ein Erfolg wird. Ich jedenfalls bin übermäßig froh darüber, dass dies die letzte Teilnahme am Heavy 24 in Chemnitz war. 

Dann kann ich endlich im nächsten Jahr zum allerletzten Mal daran teilnehmen.

Dann bis 2019...

Montag, 2. Juli 2018

Entlang der Weser zum Allersheimer Marathon




Oh du schönes Weserland

Der 20. Allersheimer Mountainbike Cup stand vor der Tür, was auch immer gleichzeitig bedeutet, in Peine ist „Freischießen“ (Schützenfest).  Dies ist eines der wenigen Feste für die Moni und ich uns wirklich sehr unterschiedlich begeistern. Bei mir löst das Wort "Freischießen" Fluchtreaktionen aus, bei Moni absolute Begeisterungsstürme in den Adern. 

So kommt es, dass ich mich alleine mit dem Rad aufmache Richtung Neuhaus im Solling für den MTB-Marathon. Zuerst fahre ich mit der Bahn bis Porta Westfalica um von dort über die Höhenzüge entlang der Weser bis Holzminden zu gelangen und endlich mal wieder die Beine nach dem Heavy24 (KLICK) zu bewegen. 

Vor Porta Westfalica an der Weser.

Leider sind in den Wäldern die Sturmschäden von Januar noch immer nicht wirklich behoben und es liegen noch viele Bäume quer auf den Wegen. So macht es keinen Spaß, wenn man ständig das Velo mit dem Gepäck Schultern muss und um die Hindernisse tragen darf. Ich lande also „unten“ am flachen Weserradweg. Vorteil hier, es gibt viele viele viele Möglichkeiten lecker Kuchen zu futtern oder irgendwo auf einer Terrasse mit Blick über die Weser ein Radler zu schlürfen. 

Es gibt viele schöne Wege neben dem Weserradweg.

Blick von oben auf einen See

Schöne Trails im Höhenzug, aber ständig Bäume im Weg.


Begeistert hat mich eine Radlerrast, wie man sie zwar immer mehr vorfindet, aber selten so gut ausgestattet. Ob selbstgemachter Kuchen, kalte Getränke, Kaffee oder Eis am Stiel, alles konnte man hier auf Vertrauensbasis erwerben. Die Regeln des freundlichen Miteinanders wurden auf zwei Zetteln zusammengefasst. Was mich dabei am meisten begeistert, diese Art von Vertrauen zeigt, dass Radler noch zu den ehrlicheren Zeitgesellen gehören. 






So sehr mir diese Ausfahrt gefällt, irgendwann ist Schluss mit süß schlemmen und radbummeln, mein Magen braucht etwas Vernünftiges zum Futtern.  Leider beschließe ich in Hameln auf dem Campingplatz an der Weser mein Zelt aufzubauen. Die Rezeption nicht besetzt, wähle ich die Handynummer an der Tür und melde mich telefonisch an, baue erstmal mein Zelt auf, gehe duschen und schon werde ich vom „Sheriff“, der mit dem Auto seine Runden über den kleinen Campingplatz fährt, angesprochen und bekomme eine kleine Belehrung, dass man nicht einfach sein Zelt aufbauen dürfte ohne Anmeldung. Ich schlucke und lasse mir weder vom komischen Platz noch vom komischen Platzwart die Stimmung vermiesen, bis ich den Preis für die Übernachtung höre! 16,50,-€ für Rad+Zelt, mit dem freundlichen Hinweis, immerhin inkl. Sanitärnutzung! Ganz klar, der Platz ist für Radler ein bähhhhh. 

Ausblicke.

Brücken nur für Radler.

Schöner Radwegabschnitt.

Warten auf die Fähre.

Damit kann man besser warten.

„Glück“ hatte ich hingegen mit meiner Restaurantwahl, fast leckeres Essen, fast nette Bedienungen und einen fast nicht Zigarrenraucher am Nachbartisch, der sich trotz Dauerhusten an seinem abgeleckten Tabakstengel erfreute. Memo an mich selbst, nächste Tour wieder mit Hartwurst und Käse irgendwo im Wald übernachten, günstiger und doch unbezahlbar! 

Mitten in der Nacht werde ich wach, meine „Warncoladose“ hat gerappelt. Diese stelle ich gerne aufs Rad, damit es schön rappelt, wenn einer unbedarft an das Rad geht. Ich husche raus aus dem Zelt und mein Rad wackelt noch auf dem Boden. Hat doch tatsächlich ein Dreckschwein versucht das Rad zu mopsen und nicht mit einem Schloss und der Dose gerechnet. Hameln, es war mir eine Freude dich hinter mir zu lassen, allerdings nicht ohne Frühstück in der schönen Altstadt.   

Frühstück in der fast leeren Altstadt.

Kirschbäume mit vielen leckeren Kirschen gab es zum Frühstück-Nachtisch.

Ganz leckere gelbe Kirschen.


Die weitere Tour ist ein Genuss, den Wind meistens im Rücken, die Sonne von oben, treibe ich von Waffel zu Kartoffelpuffer zu Kuchen entlang der Weser und habe ständig Max Raabes „Fahrrad fahrn“ im Ohr. 



In Bodenwerder gönne ich mir einen kleinen Ausritt auf der Sommerrodelbahn und lass dem Kinde in mir freien Lauf und renne zur Kartenkasse und ziehe mir ein 2. Ticket! Danach geht es in den Stadtpark, hier ist ein kleiner Markt und es gibt an einem Stand frische Waffeln und frische Kartoffelpuffer mit selbstgemachten Apfelmus, ich kann mich nicht entscheiden und nehme einfach beides. 







So gestärkt düse ich weiter bis Holzminden durch die Sonne und denke mir, ein kühles Radlerchen wäre jetzt was Schönes und schwupps stehe ich vor einer Strandbar. 




Nach der Strandbar verlasse ich die Weser und machen mich durch das schöne Hasselbachtal daran den Solling zu erklimmen. Biege irgendwo falsch ab und lande auf wunderschönen Brennnessel-Trails, die mich plötzlich am Kletterpark vor einem Schild mit Aufschrift „Frische Waffeln mit Kirchen“ ausspucken. Ich kann nicht wiederstehen und bestelle eine Portion frische Waffeln mit den „heiligen“ Früchten und dem Spruch mit Hinweis auf das Schild, dass jeder Bischoff hier sofort seine Kirchen bestellen würde zu dem Preis. 

Wo ist der Weg?





Nach den Waffeln geht es weiter zum „Solling-Moor“, diesen Ort hatte mir Uwe R. bei einer gemeinsamen Tour gezeigt und irgendwie hat mich dieses Fleckchen Erde fasziniert. So fahre ich über den Naturholzsteg ins Zentrum des Hochmoores „Mecklenbruch“ und verweile dort sehr lange mit dem Lauschen des Naturkonzertes bis eine Horde Tratschweiber, wild schnatternd und trampelnd wie eine Horde Büffel bei einer Stampede über den Holzsteg auf mich zurollen und mir das Naturerlebnis zerstören. Mir gelingt die Flucht vor dieser Landfrauenmaschinerie nach Silberborn…

Ein schöner Ort zum Entspannen.


Eigentlich wollte ich nicht nach Silberborn, sondern nach Neuhaus, denn auf dem Marathon-Eventgelände findet ja der Rocky Mountain Demo Day statt. Also rolle ich nach Neuhaus, doch irgendwie reizt mich kein Rad zur Probefahrt vor Ort und ich frage rum, wo man hier gut essen kann. Ich werden wieder nach Silberborn geschickt. Und was soll ich sagen, DANKE, dass es noch eine solche gute Küche gibt! Ich empfehle euch von vollstem Magen, die „Wilde Küche im Landhaus Sollinghöhe“. 

Demo Day Route

Es war ein Träumchen für die Genussknospen.

Und auf dem Boden versteckte sich ein Hauch Mohn, mhmmmmm.


Nach Vorspeise kam Hauptgericht, kam Nachtisch und alles war einfach nur genial lecker. So kulinarisch glücklich, rolle ich zur nächsten Wiese, schlage mein Nachtlager auf und genieße das Zwitschern der Vöglein.  





Ausgeruht und voller Tatendrang erwache ich am nächsten Morgen. Ruckzuck sind die Taschen gepackt und ich fahre nach Neuhaus zum Marathon. Schnell habe ich meine Startunterlagen, treffe viele fröhliche Menschen, genieße einige Brötchen und Kaffees zum Frühstück und stehe irgendwann mit Vereinskamerad Petermax im Starterfeld. 

Ab zum Event.

Start Langstrecke.

Unser Startfeld.


50 Kilometer mit ca. 1.200 Höhenmetern sollen es werden. Das Startsignal erfolgt, wir fahren um 2 Ecken und landen direkt im ersten bösen Anstieg. Meine Beine melden sich sofort beim Hirn und fragen an, ob das Tourengebummel nun vorbei ist. Das Hirn sagt zwar ja, aber die Beine machen einen auf Seehofer und ignorieren die Ansage für mehr Power von oben. Stattdessen sehe ich meine Finger reagieren wie sie Gang für Gang die größeren Ritzel hinten suchen. 

Irgendwie wehrt sich der Körper von Tourmodus auf Racemodus umzuschalten und während ich so vor mich hin philosophiere erreichen wir den ersten richtigen kleinen Downhill.  Vor mir 2 Fahrer, der eine in Orange getragen von Jochen H. und zwischen uns ein Mann in Rot. Und während Jochen im Trail nach links abbiegt, fliegt der Mann in Rot plötzlich in sehr hohem Bogen vor mir geradeaus in den Wald. Im ersten Moment denke ich mir, ui gut gelandet, doch dann zieht der Mann in Rot die Vorderradbremse und das Unglück nimmt seinen Lauf. Er schlägt Vollgas einen Purzelbaum und entlässt die geballte Bremsenergie über sein Gesicht ins Erdreich. 

Schöne Ausblicke von der Rennstrecke.


Ich fahre also schnell abseits der Strecke hinterher und bevor ich mein Rad ablegen kann sehe ich schon das Blut im Gesicht.  Auf die Frage, wo er ist und was er hier macht, hat er erstmal keine Antwort. Ich frage erneut und endlich bekomme ich richtige Antworten und Matthias von den Fichtenflitzern stößt auch noch zu uns, das beruhigt auch mich. Da der Kollege uns nun sagt er fährt nicht weiter, sondern geht zurück, verzichte ich auf einen Anruf bei den Rettungskräften, informiere aber noch den nächsten Kontrollposten. 

Ich fahre noch eine zeitlang mit Matthias mit, doch er ist mir im Anstieg zu schnell. Auch mein Vereinskamerad lässt mich am Berg stehen als ob er mit einem 500 Watt E-Bike unterwegs wäre, dazu noch die schöne Landschaft und ich merke wie ich anfange zu bummeln. 

Huhuuuu

Doch von irgendwo kommt plötzlich Paul und ein weiterer Fahrer her. Und während die 2 vor mir ein nettes Gespräch führen, spiele ich zusammen mit meiner Lunge gerade das Sound-Ratespiel: Welche Dampflok bin ich gerade?. Ich beantworte mir die Frage zwar selbst mit: „Eine, die aus dem letzten Loch pfeift“ aber irgendwie bin ich stolz darauf an Paul dranzubleiben. Bis Paul mir sagt wie er gerade das lockere Tourentempo und das Gespräch mit mir genießt…

Ja ja, ich komme ja schon.

Jedenfalls hat Paul mich sozusagen die Berge hochgezogen, mir auf den Geraden mächtig Windschatten gespendet und an den Anstiegen auf mich gewartet, dafür ein dickes danke Paul, war eine wirklich sehr nette „Tourenfahrt“ mit dir. Keine Ahnung wie ich letztes Jahr bei deutlich schlechteren Wetter hier die Langstrecke gemeistert habe. Ist auch egal, im Hier und Jetzt habe ich plötzlich ein schönes Cola-Weizen in der Hand und alle Qual ist vergessen. 

Datt haben wir uns verdient.

Tobi, ein ganz hübscher Typ in der Mitte und Victor. Ach ja, der Typ in der Mitte ist der einzige von den 3 ohne Pokal.
 
Wir genießen alle zusammen das Eventgelände, das schöne Wetter und einige von uns auch ausgiebig das Kuchenbuffet bevor es auf den Heimweg geht. 

Die Piraten plündern das Kuchendeck.

Wheelie Test-Holz-Block

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