Dienstag, 26. Juli 2016

Grill – Chill – Stöffel - Race

Stöffel Farbspiele auf der Strecke

Auf der Suche nach einem entspannten 24h-MTB-Event hat uns Tante Googel zum Stöffels-Race geführt. Die Bilder mit bunten alten Industrieanlagen haben überzeugt und schon waren wir angemeldet. Also auf in die Weltmetropole Enspel

Zwischen den Maschinen wuchs das Fahrerlager.
Auch in den kleinen Inforäumen wurde geschlafen.

Dampfwalze, Zelt, Zug, Zelt...

Aber auch zwischen den Anlagen durfte das Camp aufgeschlagen werden.

Schnell gab es wieder eine Chat-Gruppe zum Event und unser Wochenendplan nahm Gestalt an. Auch wenn Michael (Pirates) die Augen verdrehte als wir bei der Night on Bike (Bericht NOB) ankündigten, wir fahren nur 12-14 Stunden und chillen und grillen den Rest. 

Streckenbesichtigung per Pedes.

Alles kann besichtigt werden.

Fast alles, einiges war dann doch irgendwie gesperrt.

So Entstand unser Plan Freitag anreisen, gemütlich grillen und einen schönen Abend erleben. Samstag den Tag mit aller Gemütlichkeit beginnen, 6-8 Stunden radln, Feuer anwerfen, grillen und ein bis zwei Stunden durch die Nacht schippern bevor es in die Koje geht um am nächsten Morgen erneut bissel zu radln. 

Schöner Filmbeitrag von Tom Neumann und der Rhein-Zeitung. Moni und mich sieht man auch

Freitags funktionierte der Plan auch noch perfekt. Kaum vor Ort viele bekannte Gesichter getroffen bis plötzlich Claudia (Pirates und Inhaberin der Schörtfabrik Feuer+Flamme) freudestrahlend auf mich zugesprungen kommt. Was soll ich sagen? DANKE Claudia für dieses coole Shirt mit der Aufschrift „Büffetfräse“! Ich werde es mit stolz geschwellter Brust tragen. 

...

Claudia, datt verrückteste Suppenhuhn seit es 24h-Events gibt.

Bevor es dunkel wurde war es an der Zeit noch bissel Holz zu sammeln um den Abend schön am Feuer verbringen zu können. Was wir dann auch taten. Leider waren die Duschen aber noch nicht offen und so mussten wir alle gut geräuchert in unsere Kojen verschwinden. 

Holz, wir brauchen Holz!

Schottenspiele.


Ein wirklich gemütlicher Abend mit vielen Freunden von Pirates bis Harvey.

Wenn ich mal teile,... Paul ein super freundlicher Bengel vom Team "Wild Rot"

Frauenpower, Claudi, Tanja, Moni
 
Der Samstagmorgen verging wie im Fluge. Erst die Strecke mal besichtig, dabei viele Leute getroffen und gequatscht, bissel gefrühstückt und schon ging es zur Fahrerbesprechung. Und spätestens hier war mir klar, ein besseres Event zum Chillen und Rumstrampeln konnten wir nicht finden. 

Erst datt Frühstückbuffet abfräsen,

versammeln zur Versammlung,

genau zuhören,

schön brav in die Hände klatschen.
 
Der Veranstalter Hans-Christian, erklärte die Regeln fürs Fahrerlager, den Rennablauf und die Strecke so: „Unser und damit mein ich auch euer Event ist familiär mit Guerillaflair organisiert also bleibt fair!“ „Das Fahrerlager darf wachsen, wie es euch gefällt. Haltet aber was für die Rennstrecke frei!“ „Wechselzone? Irgendwo nach Nissenhalle zwischen dem Bims Haus Dingsda hinter dem Pabst!“ 

So sah die Fahrerbesprechung von der anderen Seite aus.

Los alle wieder zurück ins Lager.

Schwer gesichert.


Eines ist klar nach dieser Fahrerbesprechung. Leute, die klare Regeln, klare Definitionen erwarten oder gar brauchen sind hier absolut am falschen Ort. Hier herrscht eine Art Lockerheit, die mir sofort gefällt und doch scheint alles gut organisiert zu sein bzw. müssen die Menschen bei Problemen zum Äußersten gehen, miteinander reden und sich eben selbst organisieren. Und siehe da, es funktioniert. 

Sandra und Sven, gemeinsam Solo.

Das Plaudereck.

Safety first.

Unser Camp, extra für Moni direkt vor den WC-Anlagen.

Was die Zeitmessung angeht steht der Name Baer-Service für guten Service. Online abrufbare Ergebnisse, sortiert in alle Klassen von der ersten Sekunde an und das mit einer Quotenregelung bei den Mixedteams. Und an der Verpflegungszone noch ein Monitor mit einer perfekten Übersicht. So sieht eine gute moderne Zeitmessung aus. Zum Glück hatte ein zukünftiger 24h-Rennveranstalter ja seine Spione vor Ort, gelle Sven…

Baer-Service hatte die Zeitmessung im Griff.

Mein Rad entwickelt immer mehr Eigenleben.

Beim Start gab es die nächste Überraschung. Kein Gedrängel um die vordersten Plätze, kein Geschupse . Stattdessen überall vollkommen entspannte Gesichter und Vorfreude auf kommende Qualen. 

Ein Starterfeld ohne drängeln, gähn...

Pino (links) haben wir das Lachen noch beigebracht während des Events.

Knuddeln vorm Start.

Piratencrew Claudi, Michael und Megabetreuerin Tanja.
 
Eine Runde ist hier laut meinem Garmin nur 3,6 Kilometer aber dafür mit 67 harten Höhenmetern gespickt. Nach dem Startbogen geht es in eine kleine Abfahrt, diese führt direkt in die Schmiede. Nach der Schmiede kommt ein Asphaltaufstieg, der ins Fahrerlager führt. Hier einfach zwischen den Fahrerlagern die freie Gasse nehmen, durch den Bitburgerbogen und vorbei an einzelnen Fahrerlagern auf einer Art Schotter/Wiesentrail zu einem etwas breiteren Schotterweg vorbei an einem kleinen Teich. Es folgt ein echtes kleines Trailstück bei dem man schon bissel aufpassen muss wie man sein Vorderrad belastet. 

Eine Runde mit und von Marcus

Danach geht es aufwärts zurück ins Fahrerlager vorbei am Skulpturenpark, durch die Industrieanlage in eine Waldabfahrt. Hier einige scharfe Kurven nehmen, über einen Feldweg zurück und erneut bissel klettern, zurück in die Anlage. Nun noch den bösen Bremsberg hoch und schon ist man wieder im Fahrerlager bzw. Start/Ziel.  

Gänse und datt Vieh im Hintergrund.

Aussichten.

Blumenpracht.

Steinkreisel.

Moni und ich einigen uns Anfangs darauf eine 3/3-Taktik zu fahren. So hat jeder auch ca. 30 Minuten Ruhezeit bzw. Zeit Bilder zu machen. Die Zeit vergeht sagenhaft schnell und ich merke schon wie Moni angefixt ist. Eigentlich warte ich bei jedem Wechsel auf die Ansage, „komm lass uns Gas geben und Attacke machen!“ doch es kommt keine Ansage. 

Die Strecke führt ohne viel Absperrung durchs Fahrerlager.

Vorbei an der Pfütze, pfff.

Einstieg am Bremsberg.

Aus der Lok an der Strecke.

Ausfahrt Fahrerlager.

So haben wir unseren Spaß auf der Strecke oder während den Pausen neben der Strecke. Beim Wechsel sag ich zu Moni: „Okay, wir fahren noch 2 Stunden, bis ca. 20:00 Uhr und dann grillen wir!“  und erhalte ein widerwilliges „Okay“.

In der alten Schmiede.

Zisch,...

Bunt.

Sven die Solorakete.

Skulpturen am Streckenrand.


Doch als  Moni von ihrer letzten Runde zurück kommt, fängt es an zu regnen. So beschließen wir bzw. ich, eben schon bissel früher eine Pause zu machen. Immerhin das bis dahin aus Spaß Geleistete kann sich auch sehen lassen mit 5 Runden Vorsprung auf Platz 2. Der Zufall will es und es fängt genau zu diesem Zeitpunkt die „Pastaparty“ an. Ein Schelm, der nun Absicht unterstellt. 

Es fängt an zu tröpfeln.

Moni schmollt.

Ja, es regnet.

Pastatime
Nach der Pasta beobachten wir noch die anderen wie sie sich im Regen abmühen, trinken noch ein Bierchen im Piratenunterstand bei Tanja, gehen die Industrieanlagen bei Nacht betrachten und legen uns kurz hin.

Rennpause.

Claudi und Michael spielen im Regen weiter.

Sandra als Solodame im Regen unterwegs.

Mirko - Soloprämiere

Bettschwere erreicht.
Bremsberg bei Nacht.

Die Anlagen bunt beleuchtet.

Zisch war er vorbei.
Ziemlich genau 11 Stunden später sind wir wieder wach, gehen Frühstücken und überlegen was wir nun noch machen könnten. Irgendwie fehlt die Motivation sich nun doch wieder auf`s Radl zu schwingen. Und gerade als ich vollkommen entspannt in mein Nutellabrötchen beißen möchte kommt Ulrike von den „60 Plus Schnecken“-Mixedteam vorbeigeradelt. 

Frühstück

So als ob sie auf dem Weg zum Bäcker wäre, ein zufriedener Gesichtsausdruck und noch entspannter wie ich mit meinem Nutellabrötchen. Da fühlen sich Ulrike und Relef mit ihren 11 Runden Vorsprung wohl ihres 2. Platzes sicher.

Moni macht Attacke.

Ausfahrt Bremsberg immer super Stimmung.

Pause muss sein.
Power on

Ich sage: „Moni, Radklamotten an, wir gehen die 60 Plus Schnecken ärgern!“. Wir haben noch knappe 6 Stunden Zeit 11 Runden aufzuholen. So starten Moni und ich mit einer neuen Aufgabe in den Morgen. Im 2/2-Modus wird gewechselt und nun fliegt man gefühlt förmlich frisch und ausgeruht an den Fahrer vorbei, die wirklich die ganze Nacht durchgefahren sind. 

Vorbei am See.

Aussenrum, ich bitte euch!

Sandra und Sven, genießen den Morgen ohne Bikes.
Nach 3 Stunden haben wir nur noch 5 Runden Rückstand, doch nun haben Ulrike und Relef scheinbar mitbekommen wie wir Runde für Runde aufholen und fangen ebenfalls an, das Tempo anzuziehen. 

Kleiner Downhill.

Yeaha!

Auch Moni genießt die Abkühlung.

Moni donnert den Bremsberg hoch.

Andere rennen.

Die Freude sieht man jedem Fahrer im Gesicht an.
Jetzt wird gebissen, jetzt werden die Waden nochmal zum Glühen gebracht. Die Rundenzeiten werden besser und besser. Unsere besten Rundenzeiten stellen wir erst zum Ende des Events auf, beide 10:03 Min. 

Auf gehts.

Zack unn rein.

Bremsberg bei Nacht.

Auch Nachts war Stimmung am Bremsberg.

Der Morgen naht.


Doch auch Ulrike und Relef zaubern plötzlich ihre Topzeiten aus den Waden hervor. So vergeht die letzte Stunde ruck zuck und am Ende kommen wir zwar bis auf 1 Runde ran, aber Ulrike und Relef haben uns „Jungspunten“ in den letzten 3 Stunden mal richtig gezeigt was Sportsgeist bedeutet. 

Moni fährt zum letzten Wechsel.

Zielankunft wie ich sie mag.

Der Solosieger hat noch Kraft zum Tragen.

Zielankunft, zu lange geschlafen...

Kurz nach dem Rennen stehe ich im Bad und werfe mir frisches kaltes Wasser ins Gesicht als Relef plötzlich neben mir am Waschbecken grinsend steht: „Da habt ihr uns aber ganz schön geärgert“ „Jo“ sage ich und grinse mit ihm. Noch einmal ganz großen Respekt an euch beide. Wenn wir in dem Alter (nicht dass Ü 60 jetzt uralt wäre…) noch 24h-Rennen im Zweierteam bestreiten, dann haben auch wir alles richtig gemacht. 

Ulrike rennt den Bremsberg hoch.
Nun aber schnell zu den Piraten, die alle schon ihre Flaschen am Hals haben und auf das schöne Event anstoßen. Und eigentlich mag ich Pirat Michael „gar nicht“, aber seine Madam Tanja macht eben doch die besten Fleischkäsebrötchen nach einem solchen Rennen….

 
Tanja lebe...


...hoch...

...Achtung Landung.

Es folgt die Siegerehrung bei der jeder Teilnehmer, egal ob Podest oder nicht, einen Basaltpokal erhält und der Bürgermeister von Enspel voller Stolz verkündet, dass sich für ein Wochenende seine Gemeinde verdoppelt hat. Was für einen Politiker sehr selten ist, er gesteht auch einen Planungsfehler ein. So sagt er: „Eigentlich wollte ich Gemeindegelder sparen bei der Wegeplanierung und hab deshalb auf euch Radfahrer gesetzt! Doch habe ich nicht damit gerechnet, dass ihr fast nur einseitig fahrt, also bitte nächstes Jahr die andere Seite planieren…“ 

Leider gab es nur 3 2er-Mixed-Teams. Aber so ist der letzte Platz auch ganz angenehm.

8er Teams

Solo-Männer

Damenpower

Jeder bekommt Basalt und Bitburger.

Uns hat das Event wirklich Spaß gemacht, auch wenn wir die Hälfte verschlafen haben. Auf der Strecke und im Fahrerlager war ein mega schönes Miteinander zu sehen und wir haben mal wieder mit dem Motto „Erlebnis vor Ergebnis“ ein geniales Wochenende mit euch erleben dürfen.

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