Dienstag, 3. Mai 2022

Bikepacking Teneriffa - Die Ankunft - Tag 1 + 2

 


Ich höre mich noch sagen: „Was soll passieren? Temperaturen sind 18-23 Grad für Teneriffa gemeldet, pack nicht so viel dickes Zeug ein“, beim finalen Verpacken der Räder und Ausstattung für einen 10-tägigen Bikepackingtrip über die Kanareninsel. Doch nun schaut mich Moni verzweifelt an, kein Vorwurf kommt über ihre Lippen, aber ich erkenne, die Tränen stehen bereits Schlange hinter ihren Äugelein und sind zum Absprung bereit. Und selbst ich verstehe hier bei 4 Grad,

heftigem Wind und Schneegraupelregen auf 1.980 Höhenmetern und einer wegen Sturmschäden gesperrten Straße, ist es mal besser die Klappe zu halten. Nun die Erlebnisse unseres kleinen Bikepackings-Abenteuer auf Teneriffa.

Tag 1

Doch wie so oft von vorne. Freudig packen wir unsere Eierlegendenwollmilchsäue von Nicolai in Radtaschen (Radtaschen könnt ihr euch auch ausleihen) ein. Stopfen die Hohlräume mit unserer Ausrüstung voll und düsen zum Flughafen. Kaum in Teneriffa gelandet, werden wir von Noel empfangen. Noel kannten wir vorher nur via Chat aus der Alpecin Allstar Gruppe und als wir dort fragten, ob jemand jemanden kennt, bei dem wir unsere Radtaschen für 10 Tage unterstellen könnten, meldete er sich sofort. Und er hatte nicht nur einen Platz für unsere Radtaschen, sondern fuhr uns auch noch direkt dort hin. Nochmals vielen lieben Dank Noel, für den super Empfang auf Teneriffa. Und den 4 Beckers, vielen lieben Dank für den Radtaschenstellplatz. 





 

So kam es, dass wir nur knappe 2 Stunden nach der Landung schon auf unseren Rädern saßen und in den eigentlichen Urlaub starten konnten. Leider habe ich meinen Adapter für die Radcomputerhalterung vergessen, doch auch hier hatte Noel sofort einen super Tipp parat und so düsten wir als erstes nach El Medano und haben tatsächlich direkt im ersten Radgeschäft einen Adapter bekommen. Schwerer sah es wie immer mit einer Gaskartusche für unseren Kocher aus, da man diese nicht mit in den Flieger nehmen darf und auf der Insel eher Stechkartuschen oder Bajonett-Ventilkartuschen zu finden sind, wir aber eine Schraub-Ventilkartusche brauchen und auch hier den Adapter vergessen haben. Doch egal, ab ans Meer, schnell ein Startbild gemacht und weiter. 




 

Direkt hinter Medano Beach landen wir auch schon auf den ersten Trails. Wir müssen uns aber erstmal an die Taschen und das Gewicht am Rad gewöhnen und sind am Schieben in den technischen Passagen rund um den Berg Pelada. Schnell gewöhnen wir uns das Fahrverhalten und Genießen das grobe Geläuf. 




 

Leider ist der von uns gewählte Weg durch ein neues Industriegebiet verschwunden bzw. finden wir ihn nicht und beschließen parallel zur Autobahn weiterzufahren. Während die Autobahn recht flach dahin gebaut wurde, nimmt der Parallelweg jede Bodenerhöhung bzw. Senke mit und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. 






 

Höhe La Caleta geht es wieder runter Richtung Meer, vorbei an Las Arens und San Miguel de Tajao in eine kleine Schlucht zum Campingplatz, zum Bierchen, zum Fresslein, zur ersten Zeltnacht auf Teneriffa. 









 

25 km 420 hm 750 tm

 

Tag 2


 

Wir öffnen die Augen, hören das Meeresrauschen und beschließen erstmal ans Meer zu gehen. Danach setzt der normale Automatismus ein, Schlafsäcke verstauen, Isomatten zusammenrollen, Zelt abbauen, alles verladen und abfahren. 



 

Nach nur 6,5 km gönnen wir uns in Abades ein ausgiebiges Frühstück, was auch nötig war, denn nun begann wie am Vortag ein stätiges Auf und Ab, mal über Schotterwege, mal über Straßen. 

Nach knapp 18 Kilometern war der Auf- und Ab-Spaß aber vorbei, es ging in die erste richtige Rampe. Nicht ganz 2,6 Kilometer mit ca. 320 Höhenmetern machen richtig Aua in den Beinen. 






 

Dafür belohnten wir uns in Fasnia mit einer leckeren Brotmahlzeit und entdeckten die Wegweiser zum Camino Real, einem Abschnitt des Wanderweges GR 138. Dieser führte uns über schöne Trails direkt in die Schlucht „Barranco de Herques“, welche zum Teil nur schiebend von uns zu bezwingen ist.



















 

Der weitere Wegeverlauf ist eine Mischung aus Trailzauber gefühlt durch die Gärten der Anwohner und immer wieder bösen kleinen Rampen. Kurz vor dem El mirador de la marrera, kehren wir ziemlich ausgepowert zurück zur Straße und genießen den flachen Asphalt. 









 

Über Güimar geht es nach Arafo zum letzten Supermarkt vor unserem angestrebten Zeltplatz. Der Einkauf wird verstaut und die letzten 500 Höhenmeter des Tages angegangen. Der Berg lässt sich anfangs noch recht einfach bezwingen, als wir die Hauptstraße verlassen wird es steiler und steiler und gipfelt in einem 21% Abschnitt kurz vor dem Zeltplatz „Los Frailes“. 






 

Die Anstrengung wird aber belohnt, wir finden einen wunderschönen Platz für unser Zelt und sind die einzigen hier oben auf knapp 1.000 Höhenmetern. An der Feuerstelle kochen wir uns ein Süppchen und genießen die Stille der Nacht. 





 

50 km 1.880 hm 1.120 tm

 
 

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