Sonntag, 18. Dezember 2016

Kapitel 11 - Indien - ohne Brücke kein 5.000er

Haben wir es schon gesagt? Es war sooooo schön!



Noch bevor unser Wecker seine eigentliche Arbeit aufnehmen kann, erledigt die Tierwelt dessen Job mit Bravour. Ein Esel brüllt den gesamten Ort zum Erwachen und Aufstehen. Ohne Sonne am Himmel ist es noch empfindlich kalt, allerdings haben wir am Vorabend extra den Koch früher bestellt für unser Frühstück, damit wir zeitig aufbrechen können. Denn heute soll ein weiterer Wunsch von mir erfüllt werden, einen 5.000er pedalieren. Moni ist der 5.000er wurscht, aber ich will diese magische Zahl von meiner Todo-Liste streichen. 

Morgensonne genießen.

Hier werden gerade Vorbereitungen für einen Trek getroffen.

Die natürlichen "Wecker" laufen davon.


Der Koch kam leider etwas später wie vereinbart, sogar noch später wie wir schon vorsorglich nach indischer Zeitrechnung eingeplant hatten. Doch ohne ihn ging es nicht, denn wir brauchten ein Verpflegungspaket, da wir nicht einschätzen konnten wie lange wir an dem 5.000er hängen bzw. fahren werden. 

Morgens im Dorf.

Die Schafe werden ausgetrieben.

Viehhaltung ist hier Frauensache.


Raus aus dem Dorf sehen wir schon Chicham am nächsten Berg.



Irgendwann so um 9:00 Uhr fuhren wir endlich los. Zum Glück hatte der Esel uns schon um kurz nach 5 Uhr aus dem Bett gebrüllt! Wir strampeln uns durch die Dorfstraße warm und erkennen am Horizont schon die auf uns wartenden Serpentinen. Zuerst allerdings müssen wir ein Tal überwinden und am Ort Chicham vorbei. Die Straße führt uns ein Stück Vollgas abwärts um einen Felsen drum rum. Ich bin noch nicht richtig aus der Kurve wieder raus als ich entsetzt in die Eisen gehe. Sofort vermeldet mir mein Hirn, das war es für heute mit dem 5.000er! 

Leider liegt zwischen uns und Chicham diese Schlucht.

Und die neue Brücke ist noch nicht fertig!

Was nun?


Das Tal wird von großen Stahlseilen für einen Brückenbau überspannt, die Brücke selbst fehlt aber noch. Wenn wir hier die etwa 100 Meter hohe Schlucht nicht queren können, müssen wir gute 60 Kilometer durch das Spitital als Umweg nehmen. Moni bleibt oben an der Weggabelung stehen und ich fahre ins Baucamp, um mir die Situation genauer anzuschauen. Ich frage die Arbeiter, ob es einen Weg mit den Rädern rüber gibt, doch diese schütteln den Kopf. Enttäuscht fahre ich zu Moni zurück, zeitgleich kommt auch Narender mit dem Jeep an. 

Arbeitssicherheit kennen die Bauarbeiter hier nicht.

Ohne Schutz turnen die Arbeiter über einer 100 Meter tiefen Schlucht.


Ich bin in Gedanken gerade bereit meinen Traum vom 5.000er vorerst aufzugeben. Rein nach dem Motto „ohne Brücke, kein 5.000er“. Als mir eine Beobachtung des Vorabends einfällt. Der Bus kam vollbeladen mit Menschen durch Kibber ohne anzuhalten und ca. 1 Stunde später leer wieder aus Richtung „Brücke“ zurück. Wo sind die Leute hingebracht worden? Ich sage zu Narender er soll den Offizier (alle Baustellen hier werden vom Militär geführt) fragen, wie die Leute von hier rüber nach Chicham kommen. Wir beobachten aus der Ferne das Gespräch und folgen einem Handzeichen des Offiziers und erkennen das separat gespannte Stahlseil mit einer kleinen Stahlbox quer über die Schlucht. Narender kommt zurück und sagt „Ihr könnt nicht rüber“, die „Steel cable box“ ist für Touristen verboten. 

Die Verhandlungen beginnen.
Alle Bauarbeiter beobachten nun uns.
Mulmiges Gefühl auf den Abhang zuzugehen.

Der Transportkorb wird rangezogen.
100% überzeugt waren wir nie.


Moni wirkt sofort erleichtert, doch nicht mit mir. Für Touristen verboten bedeutet, dass alle anderen mit dieser Box das Tal queren. Ich fahre selbst zum Offizier und frage „wie viel?“ Er schaut mich nur komisch an. Ich strecke ihm meine Hand entgegen und reibe als Handzeichen für Geld meinen Daumen am Zeigefinger. Er schaut nun sehr grimmig und übergießt mich mit einem nicht enden wollenden Wortfluss. Narender eilt zum Glück herbei und übersetzt mir, dass es wenn überhaupt nur auf eigene Gefahr möglich wäre, es dazu aber auch richtig, richtig teuer ist. Der Offizier bestätigt Narendes Worte die ganze Zeit mit einem Nicken, als ob er doch Englisch verstehen würde. Irgendwann unterbreche ich die beiden und sage/frage „Please rest, how much is much?“ 


Fahrrad Nummer 1

Fahrrad Nummer 2


Moni beobachtet das Treiben.

Und ab geht es für unsere Räder.

Flying cycles


Oh oh, ist das weit da rüber!


„200“ lautet die Antwort sofort. Ich frage sicherheitshalber nach, „Rupien?“ „Ja, natürlich. Was sonst?“ lautet die Antwort des Offiziers. Ich sage jetzt lieber nicht, dass mir kurzweilig sogar 200 Euro im Bereich einer Verhandlungsbasis für die Aktion vorgeschwebt haben! Ich gehe zurück zu Moni und frage: „Bereit für ein richtiges Abenteuer?“ und sie fragt „Ernsthaft, mit diesem Korb da unten?“ Ich nicke nur und füge sofort hinzu, „Für die Megazipline im Harz haben wir deutlich mehr bezahlt!“ „Ja, da gibt es aber auch einen TÜV!“ antwortet Moni und schiebt ihr Fahrrad Richtung Seil. Alleine der kleine Stieg zum Korb, der ungeschützt direkt an der Kante in den Abgrund baumelt, sorgt für Adrenalinschübe. 

Moni im Korb.

Die letzten Meter wird sie gezogen.

Und hat es mit weichen Knien geschafft.

Nun ist Moni drüben und hat gut Lachen.


Zuerst sind die Fahrräder dran. Diese werden zusammen mit zwei Brückenarbeitern auf die andere Seite gezogen, bzw. sausen gelassen. Sprich, wir stehen zwar auf der höheren Seite, aber das Seil hängt durch, so dass man das letzte Stück den Korb ziehen muss. Noch während die Fahrräder ausgeladen werden fällt mir ein, dass wir nun ohne Narender und die Verpflegung im Jeep weiter fahren müssen. Ich renne zum Jeep um Wasser und Essen zu holen als ich in der Ferne Monis Schrei höre. Gerade als ich zurück komme, hat Madam schon die Hälfte der Strecke überwunden und steigt kurze Zeit später auch schon wohlbehalten auf der anderen Seite aus. 

Jetzt bin ich dran.

Hier haben die schmalen Jungs bissel mehr zu ziehen.

Blick aus dem Korb nach vorne.

Blick durch den Korb runter in die Schlucht.

Die Schlucht.

Yeaha, auch ich bin auf der anderen Seite.


Nun bin ich dran. Der Versuch unterwegs Bilder zu machen wird allerdings durch den körperlichen Zwang verhindert, sich krampfhaft am Korb festzuhalten. Aber auch meine Querung gelingt und wir können nun unsere Auffahrt auf den 5.000er richtig beginnen. Wir fahren am Dorf Chicham vorbei und nehmen die ersten Serpentinen und fahren dabei bewusst langsam und ruhig um unsere Kräfte zu schonen. Bei allen 50er Höhenmeterschritten sage ich diese an 4.000, 4.050, 4.100, 4.150 und Moni kommentiert immer mit einem „Yeaha, Kukuu!“. Erst kommen uns einzelne beladene Esel entgegen, doch kurze Zeit später eine ganze Karawane. 

Hier sind die Straßen absolut neu.

Ein letztes Selfie zurück auf das Abenteuer Brücke!

Esel unter sich.

Mal kommen Gruppen von Eseln.

Mal kommen nur einzelne Esel entgegen.

Auch Eselnachwuchs ist dabei.

Hier werden Zelte transportiert. Später finden wir auch den Startort.
Chicham wird die nächsten Jahre boomen mit der neuen Straße und Brücke.


Wir fahren an den wunderschönen Feldern mit dem Namen „Dumley“ vorbei. Die Terrassenartig angelegten Felder erscheinen hier oben irgendwie fehl am Platz und doch passen sie perfekt hier hin. Der Weg wird gefühlt immer flacher und ich frage mich schon wo der 5.000er sein soll. Auf 4.250 Meter machen wir eine kurze Apfelpause und beobachten eine Yak-Herde beim Grasen. Die Hirten bauen gerade die Zelte ab, der Winter steht vor der Tür. 


Dumley, Feldbestellung auf über 4.200 Metern.

Wasser, Cracker und Äpfel und wir sind glücklich.

Hochebene mit einer Yakherde

Von hier kamen auch die Esel mit den Zelten.


Nach der Pause geht es noch bissel weiter bergauf bis wir am Pass ankommen. Von hier können wir ins Spitital und die eigentliche Hauptverkehrsader blicken und sehen auch die Straße, die von hier ins Tal führt. Aber wir sehen keine Straße, keinen Weg auf den 5.000er. Auf der einen Seite bin ich voll enttäuscht die 5.000er Marke heute nicht zu knacken, auf der anderen Seite freu ich mich voll auf die vor uns liegende Abfahrt und die ersparten Qualen. Moni war die Höhenmarke eh egal und hält sich auch nicht mit „Trauer“ auf, und zeigt auf komische Skulpturen in der Ferne im Tal. 

Von wegen Lagudarsl La 5.000.
Kein 5.000er, aber immerhin 4.300 Meter erradelt.

Rechts sieht man die Straße am Berghang runter ins Spitital.

Moni



Die Abfahrt ist mal wieder der Hammer. Nicht technisch, aber die steilen Abgründe gepaart mit der hohen Geschwindigkeit sorgen für Adrenalin pur. Die Abfahrt spuckt uns mitten in einem Wald aus haushohen natürlichen monolithisch geformten Kiessäulen aus. Ein merkwürdiger Anblick und auch komisch, dass dieser schöne Ort in den uns bekannten Reiseführern nicht abgebildet ist. Selbst später in den Camps kennt keiner der Inder diese Säulen im Seitental. Schon Wahnsinn was es selbst hier in einem solchen Tal ausmacht mal von den „Hauptrouten“ abzuweichen.    

Die Straße hier ist wirklich gut.

Wir stoßen auf Bauarbeiten.

Hier wird Teer gekocht.

Hier werden Schotter und Teer gemischt.

Welch Kulisse für eine Straßenbaustelle. Resepkt vor dieser harten Arbeit.

Naturskulpturenwald.

Wie ein Wald aus Steinen.
Da bin ich Moni ins Bild gesprungen.

Die Säulen bestehen aus Sand und Kieselsteinen.

Von Wind und Wasser geformt.


Kurz vor Kiato wird auch die Hauptstraße unten im Tal über eine Brücke wieder auf unsere Uferseite geführt. In Kiato wollten wir uns eigentlich mit Narender treffen, doch dieser ist noch nicht da. Da es aber nicht mal eine Teestube gibt fahren wir direkt weiter bis nach Hansa in der Hoffnung, dass sich Narender dies denken kann. Wir finden eine Teestube, ich etwas Schatten und Moni mal wieder einen Verehrer und wenig später findet Narender uns. Er steigt aus, lauscht kurz dem Murmelgesang von Monis Verehrer und lacht. Schon wieder ein Liebeslied erklärt er. 

Auf der anderen Flussseite sieht man die "Hauptstraße".

Hier oben gibt es "Grün".

Durch ein schönes leeres Tal.

Hier vereinen sich unser Weg und die Hauptstraße.

Mal wieder Yaks.

Yakmilchlieferung...

Die Tiere haben mich total fasziniert.

Kiato
Leider haben wir in Kiato keine Teestube gefunden.

In Hansa wurden wir fündig.
Ich bekam meinen Tee im Schatten serviert.
Und während ich eine kleine Ruhepause einlegte...

...bekam Moni ein Liebes-Lied gesummt/gemurmelt!

Nach der Pause geht es weiter nach Losar. Losar ist für uns der letzte Ort im Spitital. Danach folgt der Aufstieg zum Kunzum La Pass und die Fahrt zum Chandratal. Wir machen gemütlich Pause bei gutem Essen und beobachten dabei das Dreschen der Frucht. Narender empfiehlt uns hier ein Zimmer zu nehmen, doch wir wollen weiter. 

Die Straße wurde immer "steiniger".

Kleine Gegenanstiege saugten an den Kraftreserven.

Losar.

Übrall im Dorf wurde Frucht gedroschen.

Was hier gedroschen wird, landet wenig später auf unseren Tellern.

Mal wieder ein perfektes Essen.


Wir schwingen uns wieder auf die Räder, fahren an den Ortsrand und gelangen in einen Stau samt Menschentraube. Mal wieder ein Kontrollposten mit gnadenlos überforderten Beamten. Die einen wollen rein ins Spitital, die anderen raus. Zum Glück werden wir als Radfahrer wieder bevorzugt behandelt und sind relativ schnell abgefertigt und dürfen die Schranke bzw. das Seil passieren. Hinter der Schranke beginnt die Zone oder besser gesagt die Landschaft, die den Menschen nur 4 Monate im Jahr einen Einblick gewährt. Entsprechend gibt es hier keine Asphaltstraßen, sondern reine Naturwege aus Steinen und Sand. 

Police Check-Post

Stau am Seil

Hier wird uns unsere Ausreise aus dem Spitital bescheinigt.

Diese Straße ist nur 4 Monate im Jahr befahrbar.

Wir stehen gerade an einem Fleckchen Erde mit mega Ausblick ins Tal als wir uns an der Kuppe einzelne Hörner schwankend auf uns zukommend wahrnehmen. Eine Yak-Herde trottet uns entgegen und lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen. Die Tiere haben einen wirklich majestätischen Anblick und strahlen eine wunderbare Ruhe und Gelassenheit aus. Doch sobald ein Bulle den Kopf hebt und einen ins Visier nimmt, sollte man schneller treten! Leider wird dieses einmalige Gefühl mit den Tieren alleine zu sein von einem Auto gestört. 

In einer anderen Welt.

Ein sehr schönes Gefühl hier fahren zu dürfen.

Hinten links im Tal, da wird es später über den Berg gehen.

Mehr Yaks.

Moni vor...

Die Yaks machen Platz.

Es geht "hoch" ins nächste Seitental.


Die Zeit vergeht verdammt schnell für wenig geschafften Weg und wir müssen uns eingestehen heute den Kunzum La Pass nicht zu meistern. Mit dem Jeep wollen wir diesen Pass aber auch nicht bezwingen und so suchen wir uns einen schönen Campground und warten auf Narender. Die Wartezeit verbringen wir mit dem Sammeln von Brennmaterial fürs Lagerfeuer, was hier im Tal keine sehr einfache Aufgabe ist. Als Narender ankommt kann er mal wieder nicht verstehen warum wir den Pass lieber am nächsten Tag mit dem Rad bezwingen wollen anstatt heute mit dem Jeep. Er ist sichtlich nicht begeistert von der Idee hier im Tal im Flussbett zu übernachten. 

Schönes Seitental.

Am Hang sieht man schon die Straße hoch zum Kunzum La.

Zeltplatzsuche.
Perfekter Zeltplatz, Blick in Richtung 6.000er.

Blick Richtung 5.000er.


Ich fange an das Zelt mit sicheren Abstand von 50 Metern zum Wasser aufzubauen während Moni weiter Holz und Dung sammelt. Narender kommt mit den Händen im Hosensack und unternimmt einen letzten Versuch uns von einer Weiterfahrt per Jeep zu überzeugen mit dem Hinweis, dass es verdammt kalt wird und wir nichts zu essen haben. Doch wer sich an unseren ersten Einkauf erinnert, der erinnert sich auch an die Dosen voller köstlicher Bohnen, Ananasscheiben und Fruchtsalat! Ich sage zu ihm: „Wenn du heute Nacht nicht frieren willst und was warmes zu futtern möchtest, helfe Moni beim Brennmaterial sammeln!“ Er schaut mich mit großen Augen an, sagt ich würde die indische Kultur nicht verstehen und verschwindet in seinem Jeep für den Rest des Abends. 

Waschzeit, aber wo ist das Wasser?

Welch Badezimmer.

Unsere Wasserspülung.

Die Sonne verschwindet hinter den Bergen.



Wir nutzen das letzte Tageslicht und marschieren Richtung Fluss um uns zu waschen. Ganz kurz rein in die Fluten und schnell wieder raus, verdammt kalt das Gletscherwasser. Aber wann hat man schon mal die Gelegenheit im Gletscherwasser zu baden. Wir setzen uns noch eine Zeit lang Arm in Arm auf die Steine, lauschen dem Fluss und genießen den Anblick der Berge. Doch ohne Sonne ist es sofort viele Grad kälter im Tal. Wir marschieren zurück zum Zelt und sammeln noch Brennmaterial.

Viel Holz vor der Hütten.

Einheizen

Unsere Vorspeise, Fruchtcocktail.

Beanz, für eine warme Nacht im Zelt...



Unsere gesammelten Äste zusammen mit großen Haufen Yak-Dung ergeben ein schönes Feuer und zu unserer Überraschung stinken die Dunghaufen nicht mal beim Brennen. Wir futtern unsere Dosenfrüchte und genießen die Dosenbohnen. Als Löffelersatz benutzen wir unsere Trinkflaschendeckel, was den Bohnen auch noch einen süßen „Energie-Touch“ gibt. 


Wir genießen die Wärme des Feuers.

Zwischdurch fegte immer wieder mal ein Windstoß durch das Tal.

Moni mag große Flammen.


Zu unserer Überraschung plätschert es neben uns und wir werden leicht nervös als wir die Ursache sehen. Keine 5 Meter neben unserem Zelt ist plötzlich ein kleines Rinnsal, das vorher hier so nicht war. Die nächste Stunde beobachten wir wie sich aus dem Rinnsal ein kleines Bächlein entwickelt und überlegen ob es sinnvoller ist mit dem Zelt umzuziehen. Wir legen bissel Dung nach und philosophieren darüber wie sowas möglich ist. Regen gibt es hier keinen, der Hauptgletscher also der Ursprung dieses Flusses ist ca. 10 Kilometer entfernt. Staudämme oder ähnliches gibt es ebenfalls nicht und während wir so reden wird aus dem Bächlein wieder ein Rinnsal von dem man am nächsten Morgen  nichts mehr sehen sollte. Mystische Gebirgswelt! 

 
So haben wir es uns vorgestellt.




Wir lassen das Feuer etwas kleiner werden und krabbeln ins Zelt. Die ausgeliehenen Schlafsäcke waren zum Glück sehr gut und wir haben eine angenehme Nacht erlebt. Am Morgen schaue ich kurz aus dem Zelt. Die Außenwelt samt Außenzelt ist gefroren. Schnell kuschel ich mich wieder in den Schlafsack und wir schlafen noch eine Runde. Irgendwann krabbeln wir aus dem Zelt und marschieren zum Fluss und beobachten wie die Sonne an der Bergflanke entlang ihre warmen  Strahlen Richtung Tal marschieren lässt. Es ist erstaunlich wie schnell hier der Wechsel zwischen frostig kalt im Schatten und uff ist das warm in der Sonne passiert. 

Die Sonne kommt ins Tal.

Stück für Stück rücken die wärmenden Strahlen näher.

Bald ist die Sonne bei uns.

Juhu, die Sonne ist da.

Waschzeit.

Badezimmer der Luxusklasse.

Ananas zum Frühstück.


Zum Frühstück genießen wir unsere letzte Dose Früchte zusammen mit einigen Keksen. Wir bauen das Zelt ab und bringen die Sachen Richtung Jeep. Hier liegt Narender im Gras und ist noch immer beleidigt weil ich ihn zur Frauenarbeit (Brennmaterial sammeln) aufgefordert hatte. Zu diesem Thema „Stellung der Frau in Indien“ sowie zum „ökologischen indischen Verständnis“ schreiben wir aber noch extra einen kleinen Bericht. Jetzt jedenfalls verstauen wir unser Material und beginnen mit der Auffahrt zum Kunzum La Pass. 

Narender ist noch sauer.

Später verstehen wir uns wieder.

Ein letzter Blik zurück ins Spitital.

Kurve für Kurve geht es aufwärts.


Es geht direkt in die ersten Serpentinen und richtig steil aufwärts. Zum ersten Mal in diesem Urlaub muss ich anhalten und meine Atmung bewusst regulieren. Ich muss mich sogar kurz hinlegen. Wir erreichen einen kleinen Gebetsschrein und machen eine Bildpause. Denn dahinter sehen wir die Straße wie sie kerzengerade den Berghang hochführt.  

Moni im LKW-Staub.

Die Straße wird flacher.

Wir dachten es wäre schon der Pass.

Aber hinter diesem Tempel kam das steilste Stück.

Moni schlägt ein Freudenrad.


Nachdem wir diesen steilen Wegeabschnitt erklommen haben geht es mit moderater Steigung weiter dem Pass entgegen. Noch bevor wir den Pass sehen, hören wir das Flattern der Gebetsfahnen im Wind. Und dann endlich, welch Anblick, die Gebetsfahnen im Wind, die bunte Tempelanlage neben dem Pass und dahinter die schneebedeckten 6.000er. 


Fast oben.
Das Geräusch der flatternden Fahnen im Wind sorgte für eine perfekte akkustische Untermalung.

Moni kämpft gegen den Wind.
Natürlich machen wir einen Abstecher zum Tempel.


Mit Erreichen des Passschilds verlassen wir auch das Wüstental Spiti. Wir haben somit den Fluss Spiti von der Mündung bis zu einer seiner Quellen begleitet und verstanden warum einige Menschen dieses Tal als „Sehnsuchtsort“ bezeichnen. 

4.550 Höhenmeter, unser höchster erradelter Punkt.

Die Tempelanlage.

Ein amerikanisches Rad-Pärchen.

Hier war richtig was los.

Das Flattern der Fahnen, es macht so viel aus hier oben.

Ach ja.

Monilein in der großen Bergwelt.

...

Yes!

Hier wussten wir noch nicht warum die Fahrer alle Beten wenn sie hier angekommen sind!
Abfahrt ins Chandra Tal.

Wir haben bis auf einen Punkt sozusagen den folgenden Film abgearbeitet bzw. abgeradelt. Was fehlt ist der See Chandratal und genau dahin brechen wir nun auf! 



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Wunderbare bewegte Bilder eines Motorradfahrers im Spiti Valley

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