Mittwoch, 15. April 2015

Rund um den Balaton / Plattensee mit dem Rennrad



Zweisam einsam am Balaton
Unser Roadtrip führte uns also an den Balaton, vielen auch als Plattensee bekannt. Aufgabe Nr. 1: Ein Eis für Moni kaufen. Doch das wurde schon verdammt schwer, da um diese Jahreszeit die Region wirklich menschenleer ist. Mission 2 brachte uns zum Verzweifeln, da gibt es gefühlte 1.000 Campingplätze rund um den Balaton, aber keiner hat auf. In Keszthely dann der im wahrsten Sinne „heiße“ Tipp, Hevic. 

schöner Campingplatz mit,...

...Thermalwasser in der Mitte.


In Hevic neben dem größten Thermalsee Europas gibt es einen ganzjahres Campingplatz. Der Platz relativ leer aber schön und wir haben einen Platz direkt am Fluss, der durch den Platz läuft. Schnell die Tasche gepackt und Abmarsch zum Thermalsee, doch das Thermalbad hat schon zu. Egal denken wir uns, irgendwo wird es einen Zugang zum heißen Wasser geben, doch weit gefehlt. Der See ist hermetische abgeriegelt, doch wo 400 Liter warmes Wasser die Minute aus der Erde sprudeln müssen auch 400 Liter die Minute ablaufen. Also suchen wir den Ablauf des Sees und finden ihn etwas abseits im Wald und strecken ruckzuck unsere Füße ins heilende Wasser. Von der heilenden Wirkung konnten wir leider nichts spüren, aber dafür stinken sie nicht mehr…

Ja, wir haben den Abfluss gefunden!

Füße rein, und?


Am nächsten Morgen geht es bei 2,1 Grad mit den Rennrädern los. Ziel: Umrundung des Balatons. Von Hevic nach Keszthely geht es über einen Radweg, der durch einen Sumpf führt. Eine gespenstische Kulisse im Morgengrau. Am See stößt man automatisch irgendwo auf die Radwegschilder des Balatoni Bringakörüt und braucht diesen nur noch zu folgen. Wir entschließen uns zuerst entlang des Nordufers zu fahren. Die Strecke wunderschön mit genialen Aussichten und einem ständigen Auf und Ab durch kleine Ortschaften und wieder zurück ans Ufer. Die Wege würden ein Mountainbike unterfordern, aber ein Rennrad ist hier teilweise doch schon fehl am Platz. Auch wenn der Radweg damit wirbt komplett befestigt zu sein, so sind wir teilweise freiwillig im Gras neben dem Weg gefahren, da die Aufwerfungen im Asphalt durch Wurzeln dicht auf dicht folgten. 

Noch ist es kühl aber wir voller Hoffnung

auf gehts

schöne Plätze entlang des Ufers


In Thinay an der Abtei Thiany gab es auch endlich geöffnete Kneipen und Touristenstände. Die Preise für Ungarn an einem solchen Ort teuer, aber 4 Kaffees und 4 Riesen-Pfannkuchen für unter 10 Euro vollkommen in Ordnung. Noch dazu kam endlich die Sonne hin und wieder am Himmel zum Vorschein und die Temperaturen kletterten auch auf knapp über 10 Grad. 

geniale Stimmung am frühen Morgen

einfach Traumhaft die Wege


Die nächsten Kilometer bis Balatonkenese waren noch abwechslungsreich, aber dann wurde es langweilig und anstrengend. Ständiger Wind von vorne, ewig lange gerade Straßen durch leere Touristendörfer und Verkaufspassagen in denen sich im Sommer tausende von Erholungswütigen tummeln. Doch diesmal ist alles verlassen und verschlossen. Wir können es nicht fassen, man fährt im Minutentakt an irgendwelchen Futterreklamen vorbei und bekommt nichts davon. In einer der Ortschaften, die mit „Balaton“ anfangen, haben wir dann Mustafa`s Grill entdeckt. Zu unserer Überraschung ging die Auswahl über den beworbenen Döner weit hinaus und das Bestellte war richtig lecker. Bei mir landete Penne al Arabica mit Gambas auf warmen Bananen mit Orangen.

Ausblicke von Thiany

Freude

Kinderportionen...


Nach dem kleinen kulinarischen Genuss ging es weiter gegen den Wind und so langsam wurde uns klar, dass die Beschreibungen der Radkarten wohl nicht ganz passen mit 204 Kilometern. Am Ende kamen wir auf 230 Kilometer mit knappen 1.000 Höhenmetern. 

Wunderschön und windstill...

...geht es über schöne ruhige Wege...

...aber Böen drücken das Wasser immer wieder auf den Radweg!


Insgesamt aber eine richtig schöne Tour mit nur einem anderen Radler am gesamten Tag. Wir wollen nicht wissen, was im Sommer auf den zum Teil 8 Meter breiten Radwegen los ist. 

Freiwillig übers Gras, so gut ist der Radweg an manchen Stellen.

Noch sind die Pausenstellen ohne Trinkwasser

Lichtblicke


Unsere Empfehlung lautet nun: Das Südufer auf den langen Geraden am besten mit Rückenwind zu fahren und sich das Nordufer für den Abschluss aufzuheben. Oder lieber gleich das Südufer weg lassen und das Nordufer auf Alternativrouten wieder zurück zu fahren. Im Touristenbüro gibt es eine kostenlose Karte mit dem Namen „Balaton Aktiv“ dort sind viele Routen beschrieben. 

der Plattensee

schöne Panoramen

Tierleben


Wir haben noch eine Nacht auf dem schönen Campingplatz verbracht bevor es weiter Richtung Süden ging, nach Bad Radkersburg. (KLICK)

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Weitere Bilder der Tour - KLICK

Campingplatz Hevic am Thermalsee - KLICK  
Plattensee Info - KLICK

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