Freitag, 6. Februar 2015

Schneller oben = mehr Zeit für Kuchen


Mad East - Kuchenplatte



Hier mal die Aufklärung warum ich begriffen habe, das ich abnehmen sollte: Um schneller am Verpflegungsstand sein zu können, um dort länger bleiben zu können und mehr futtern zu dürfen!


 „Ach, so schlimm ist ein bissel mehr Speck auf den Hüften nicht, dafür kommst du ja auch schneller den Berg runter!“


„Was du hochzus verlierst, holste in der Abfahrt mit dem Gewicht wieder raus!“ 


So, oder so ähnliche Sprüche höre ich oft und habe mir damit auch schon oft mein Gewicht im Sinne des Sports schön geredet. Aber wie sagt Danny Götze vom Nordharzer-Racing-Team so schön, am Ende des Tages zählt nur Watt pro Kilo. Auch hinter meiner ersten Leistungsdiagnostik stand da eine Zahl. Lasst es mich so sagen, die Watt waren ausreichend vorhanden für`n Hobbytreter, die Kilos aber eben auch. 

Dr. Andre Albrecht - hat Mitleid mit seinem Fahrrad...



Doch was bedeutet es nun wirklich in Zeiten, Zahlen, Metern wenn man mehr Kilo am Bike oder den Hüften rumschleppt? Eine gewisse Grunddiät habe ich auf die Schnelle nach dem Motto Carbon statt Kondition schon hinter mir. Leider war der Carbon-Rahmen da anderer Meinung und verweigert mit Skelettkrankheiten in Form von Brüchen seinen Dienst. 


Hält noch immer...


Die Grundfragen, die ich mir also gestellt habe: Wie viel mehr Watt müsste ich treten, um einen Berg gleichschnell wie ein Hungerhaken hochfahren zu können? Oder hole ich einen Food-hater in der Abfahrt wirklich wieder ein, dank meiner Masse?

Um mir das zu verdeutlichen mussten zuerst feste Laborversuchsbedingungen geschaffen werden. Mein Versuchsberg hat auf der einen Seite eine 10 Kilometer lange gleichmäßige 5% Steigung und auf der anderen Seite 10 Kilometer Abfahrt mit 5 % Gefälle. Wetter ist windstill und alle „Fahrer“ haben die gleichen Reifen und Bikes. Jeder „Fahrer“ tritt genau 200 Watt und genau 90 Umdrehungen. Jetzt noch die Fahrer mit Gewichten füttern und ab geht die Rechenlutzi. 


Mein Ursprungsgewicht für diese Erkenntnis lag bei 108 Kilogramm nach dem Weihnachtsfeiertage-Gänsewettessen. Als solcher hätte ich den Berg in 57:08 abgeradelt mit 10,5 km/h und ca. 745 kcal Energieverbrauch. Ein 80 Kilo Fahrer würde allerdings nur 45:27 brauchen und durchschnittlich 13,2 km/h fahren. Was bedeuten würde, wenn der leichte Fahrer oben ist, muss ich noch 2045 Meter den Berg hoch radeln, er ist also sagenhafte 27 % schneller bei gleicher Leistung.  

gerechnet wurde mit einem 10 Kilo Bike


Um also genau so schnell oben sein zu können wie der Kuchenverzichter, müsste ich anstatt 200 Watt, 258 Watt durchgehend treten. Satte 29% mehr, kein Wunder dass ich oben immer mehr Hunger habe als andere! Der einzige Vorteil für mich in diesem Moment, ich würde ca. 200 kcal mehr verbrennen.


Doch wie sieht es nun aus wenn es abwärts geht. Immerhin ist doch klar, Masse zieht nach unten. Ausgehend von meinem Ursprungsgewicht 108 Kilo würde ich einem 80 Kilo Fahrer 39 Sekunden abnehmen auf der 10 Kilometer Abfahrt. Das würde bei einer rechnerischen Fahrzeit von 12:41,1 Minuten bedeuten, ich würde mit 47,3 kmh den Berg runter kommen. 488 Meter dahinter wäre der Fahrer mit dem Vogelfutter zum Frühstück.  

von wegen Masse siegt...


Bei einer 10 Kilometer langen Auffahrt wie in diesem Rechenbeispiel würde ich also am Berg 2045 Meter zurück fallen und in der Abfahrt wieder 488 Meter aufholen. Im Ziel wäre ich also nur 1557 Meter hinter dem schmalen Hering. Hört sich nicht viel an, aber in Zeit würde dies bedeuten, der schmale Fahrer hätte ca. 11 Minuten mir das beste Stück Kuchen weg zu futtern. Er würde nach 58:47 Minuten im Ziel sein, ich hingegen erst nach ca. 70 Minuten. Ein Zustand der nicht tolerierbar ist. 


Da Abnehmen kaum Spaß macht werde ich versuchen alle anderen vom Kuchen zu begeistern. Ich meine etwas entgegen kommen müssen die schnellen Fahrer mir ja wohl auch…

hin und wieder funktioniert meine Taktik und ich kann die anderen zu großen Taten überreden!


Wer sich mal ausrechnen möchte wie schnell man im Verhältnis zu anderen ist, oder was es bringt am Fahrrad einige Gramm für tausende von Euro  abzuspecken, kann dies auf den Seiten von Kreuzotter sehr einfach nachvollziehen. 


Fest steht, mein Kampf demnächst mehr Zeit für Kuchen zu haben hat begonnen!

Ich werde weiter berichten!

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