Donnerstag, 11. September 2014

Von Hiddenhausen – Einmal Rund ums Meer – nach Peine



Eine schöne Regentour



Mit Spannung schauen wir die Wetternachrichten und werden nicht enttäuscht. Grundsätzlich ist schönes Wetter angesagt. Zum Glück sind wir uns sofort einig, dass unser Gartenprojekt noch warten kann und wir das Wochenende auf dem Rad verbringen. Doch wo wollen wir fahren und was? Rennen oder Tour? Scherzhaft sagt Moni „Lass uns doch beides machen“ und ich springe sofort darauf an. 

Noch keiner wach in Peine


Wir entscheiden uns für das 2. Hiddenhausener 3-Stundenrennen. Also Tante Googel angeworfen und den kleinen Onkel Maps aufgerufen. Ui, denke ich mir beim Betrachten der Karte. Was ist das denn für ein schöner Höhenzug nördlich von Hiddenhausen und ein Meer gibt es da auch noch. So fügte sich Baustein für Baustein zusammen und ich konnte auf Gpsies eine Route zusammenklickern. Nun noch schnell geschaut, ob die Bahn mitspielt und ein Zimmer in der Jugendherberge Porta Westfalica reserviert. In der Zeit hat Moni die Rucksäcke gepackt und die Trinkflaschen gefüllt. Abfahrt mit dem Zug nach Löhne mal wieder Samstag in der Frühe um 6:37 Uhr Peine Bahnhof. 

Schöner Weg entlang der Werre


Der Wecker rappelt, wir schlüpfen in unsere Lycra-Klamotten und vernehmen im Radio die Ansage: „Die Bahn wird von 6:00 Uhr bis 9:00 Uhr bestreikt!“. Im Netz sehen wir ein rotes Ausrufezeichen hinter unserem Zug, doch der nächste um 7:37 Uhr soll normal fahren. Na bitte, geht doch und wir sitzen entspannt im Zug Richtung Löhne. Da wir noch genug Zeit haben, machen wir einen kleinen Schlenker und überqueren so mehrmals die Werre bevor wir erste Anzeichen des Rennens wahrnehmen. 

Hier sind wir richtig, erste Anzeichen des Rennen.


An der Anmeldung sehen wir viele bekannte Gesichter und ruck zuck sind 30 Minuten verbabbelt. Unsere Rucksäcke dürfen wir bei den netten Kuchendamen abstellen und wenn wir schon in der Nähe des Kuchens sind…ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee später machen wir uns auf Richtung Startaufstellung. 

Frühstück die 2.


Wir sortieren uns hinter den ersten 2 Startreihen ein, machen noch einige Scherze und lauschen dem Veranstalter wie er uns erklärt, dass der Bürgermeister daran schuld ist, dass es keine Startpistole gibt. Irgendwie schaffen wir es trotzdem zu starten und es geht gleich vollgas los. Nach 3 Runden muss ich mir eingestehen zu schnell unterwegs zu sein und nehme etwas Tempo raus. So geht es Runde für Runde und meine Kräfte schwinden. In der 7. Runde vernehme ich das unverkennbare Leerlaufgeräusch einer Tune-Kong-Nabe und denke mir – Bitte lass es nicht Moni sein. Doch mein Bitten wurde nicht erhöht: „Na, alles klar bei dir?“ vernehme ich nun neben mir von Moni. „Klar“ sage ich, „Ich hab etwas Tempo rausgenommen wegen der Tour, die wir ja später noch fahren!“ lautet meine Antwort. „Aha“ kommentiert Moni die Antwort und will vorbeiziehen. Doch ich halte dagegen, so nicht Madam. Doch leider kostet Dagegenhalten viel Kraft und ihr blöder ständig aufheulender Leerlauf hinter mir fängt an mich zu demoralisieren. So kommt es, dass Moni irgendwann neben mich fährt und mit dem Kommentar „Ich fahr dann mal!“ davon zieht. 

Die Velohelden beziehen Stellung

Jaja, 2 Runden mehr...


Demütigung genug? Nein! Uwe Rotermund kommt von hinten angesaust und überrundet mich. Er hebt den Daumen und sagt „Na Frank, lässt du deine Frau das interne Duell gewinnen!“. Ich würde ja gerne antworten „Ja, so ist es Uwe“ doch irgendwie höre ich mich selbst keuchend und kurz vor dem Kollaps sagen: „Von lassen ist leider keine Rede!“. Zum Glück wurde ich auf der Strecke von den Hardcorefans, die auch schon letztes Jahr die Biker laut angefeuert hatten, immer wieder den Anstieg mit ACDC hochgescheucht. Und einzig die Aufschrift: „Quäl dich du Sau!“ auf dem Fanshirt lässt mich nicht ganz einbrechen. 

Danke für diese Unterstützung, sowas brauchen wir Radler!


So nimmt Moni mir auf den letzten 2 Runden noch 5 Minuten ab und empfängt mich mit einer Laola im Ziel. Freudig berichtet sie mir den ersten Platz bei den Damen erkämpft zu haben. In der Auswertung sehen wir später sogar, dass sie eine Runde Vorsprung hatte vor der 2. Platzierten und auch bei den Männern sehr weit vorne gelandet wäre. Ich darf mich  immerhin über einen 10. Platz in meiner Altersklasse freuen. 

Moni machr die Laola

Die 3 besten Damen


Nach einem super leckeren Steak-Burger und Kuchen machen wir uns auf Richtung Hüllhorst. Wir fahren durch wunderschöne kleine Ortschaften und gehen erst mal zu Penny Tourverpflegung einkaufen.  

Wunderschöne Trails durch uralte Buchenwälder



Danach geht es immer leicht bergan über kleine Trails, über verlassene Nebenstraßen durch schöne Landschaften und Ortschaften auf den Rücken des Höhenzuges. Ab hier folgen wir den Rot-Weißen Markierungen des Wittekindsweg bei teilweise tropischer Hitze Richtung Porta Westfalica. Der wunderschöne Weg führt uns zum Cafe Waldkristall und wir stoßen mit einer Strawberry-Chocolate-Milk und Raspberry White Chocolate auf Monis Sieg an. 

Schöne kleine Impressionen entlang des Weges

Moni reloaded


Der folgende Weg ist wunderschön, aber auch sehr anstrengend. Was am Ende des Tages die über 2.400 Höhenmeter auch belegen. Wann immer der Wald uns einen Blick ins Tal freigibt, sehen wir eine von Dunst vernebelt schöne Landschaft. Der Dauerregen der letzten Tage sorgt nun mit der heftigen Sonneneinwirkung für von Wasser geschwängert Luft und so läuft auch uns der Schweiß in Strömen über das Gesicht. Der Höhenzugtrail führt uns über den Moltketurm zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica. Das imposante Denkmal welches 1892-1896 mit einer Höhe von 88 Metern errichtet wurde verschlang seinerzeit 833.000,- Goldmark. Nachdem wir die Aussicht genossen haben, war es Zeit sich mal wieder um den Magen zu kümmern. Am Ufer der Weser haben wir ein schönes Plätzlein gefunden und den Abend bis in die Dunkelheit ausklingen lassen. 

 
88 Meter das Teil


Fernsicht Richtung Minden

vorm Kaiser

Traumhaftes Abendessen


Der nächste Morgen sollte leider mit einem Trommelfeuer von Regentropfen an unser Dachfenster in der Jugenherberge beginnen. Egal, wir haben uns am Frühstücksbuffet gelabt und auf unseren Bikes in den Regen gestürzt. Doch kaum in der Mindener Altstadt angekommen, zwang uns der immer heftiger einsetzende Regen zu einer Kaffeepause. Es gibt schlechtere Arten den Regen auszusitzen. Irgendwann passt kein Tropfen Kaffee mehr in den Bauch und wir entscheiden uns, trotz Regen wieder auf Tour zu begeben. Immerhin haben wir noch 120 Kilometer vor uns. Wir schauen uns das Wasserkreuz Weser-Mittellandkanal an und fahren entlang des Mittellandkanals bis Mittelbrink. 

Oben Sonne unten Dunst im Tal

Es wurde irgendwie nass

und nasser

Oben Mittellandkanal unten drunter Weser


Hier verlassen wir den feuchten langweiligen Radweg entlang des Kanals und fahren durch einen schönen Waldabschnitt ans Steinhuder Meer. Unterwegs müssen wir etwas schmunzeln, als wir an einem Hühnerstall ein Hinweisschild entdecken: „Freiland Hähnchen“. Leider entdecken wir kein frei rumlaufendes Hähnchen zwischen den Hühnern. 

immerhin von oben trocken

Watt, wer bist du denn?

Kleiner Ast, große Frucht

Ich habe 1 Hahn und 3 Hähnchen!!!


Kurz hinter Hagenburg stoßen wir auf einen Wegweiser mit der Aufschrift: „Einmal Rund ums Meer“ und entschließen uns genau dies dann auch zu tun. Wir radeln durch den Meerbruch und entdecken eine Infotafel, die uns darüber informiert, dass diese Umrundung für uns zusätzliche schöne 30 Kilometer bringen wird. In Mardorf finden wir eine kleine schöne Terrasse mit dem Namen Inselblick. Und während wir unseren wärmenden Tee trinken, hört es tatsächlich auf zu regnen. Nach einer köstlichen Hochzeitssuppe und einem super leckeren Hauptgang radeln wir weiter. Wir durchqueren das Wunstorfer Moor und gelangen nach Steinhude. 

Datt Schloss im Hintergrund und der Regen überall


So druften wir in den Inselblick, danke.

Endlich am Meer


Wunstorf, Gümmer, Lohnde und unter dem Mittellandkanal hindurch an die Leine. Wir folgen nun der Beschilderung des West-Ost Radweges und fahren entlang eines wunderschönen grünen Radweges ins Zentrum von Hannover und machen am Maschsee eine erneute Pause. Wir verschlingen 3 Brezeln und ein Eis und spülen die Nahrung mit Cola-Weizen runter. 

Steinhude und dann ab über den West Ost Radweg

Unter dem Mittellandkanal durch

Maschsee in Hannover


Vorbei an der Schleuse Anderten und dem Germania Bruch geht es durch den Hämelerwald zurück nach Peine. Wir gönnen uns auf dem Marktplatz noch einen richtig leckeren Abschlusscocktail auf den Stühlen des Bodega und lassen die letzten 2 Tage Revue passieren. Es war mal wieder ein wunderschönes Radwochenende durch eine wirklich abwechslungsreiche Landschaft. Insgesamt haben wir am ersten Tag inkl. Rennen 112 Kilometer mit ca. 2.400 Höhenmetern abgeradelt. Der zweite Tag war entspannter, aber dafür zum Teil wirklich feucht. Hier haben wir 160 Kilometer mit 800 Höhenmetern genossen. 

Blick in den Germania Bruch

Sonnenuntergang im Sundern

Peiner Marktplatz


Die grüne Durchfahrt von Hannover hat uns so gut gefallen, dass wir gleich eine entspannte Tour entlang des Grünen Ringes geplant haben. 

Tourcocktail... 


Linksammlung


MTB CUP Hiddenhausen – HIER KLICKEN

Cafe Waldkristall – HIER KLICKEN

Wittekindsweg – HIER KLICKEN

Kaiser Wilhelm Denkmal – HIER KLICKEN

West Ost Radweg – HIER KLICKEN

Jugendherberge Porta Westfalica – HIER KLICKEN

Steinhuder Meer – HIER KLICKEN

Gaststätte Inselblick – HIER KLICKEN

Maschsee – HIER KLICKEN

Grüner Ring Hannover – HIER KLICKEN

Bodega – HIER KLICKEN

Gpsies – HIER KLICKEN

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