Montag, 29. April 2013

Bad Harzburg MTB-Marathon 2013



63 Velohelden gehen auf die Langstrecke, 33 werden nur ankommen!!!

Bad Harzburg Marathon 2013 und meine Neongelbe Rettungsjacke

Part 1 von Frank

Eines der wenigen trockenen Teilstücke

Die theoretische Planung war mal wieder einfach. Letztes Jahr in 3:09 Std die 3 Runden hingelegt. Macht knappe 1:03 Std pro Runde. Seit dem ist 1 Jahr vergangen und ich weit über 10 Kilo leichter. Also werde ich die Runde so in 1:05 Std. locker schaffen.  Die ganze Theorie unter der Woche auf der Strecke bei strahlendem Sonnenschein mit einer Testrunde noch untermauert und schon wurde sich mit der Wunschzeit von 5:30 Std auf der Langstrecke angemeldet.

Nach der Testrunde

Samstag noch eine gemütlich Runde vor den Kinderrennen zusammen mit Moni (diesmal bei „perfektem Regenwetter“) über die Strecke und noch immer der Überzeugung, alles machbar. 
Kevin hat seinen Vorjahressieg bestätigt.
Bei den Kinderrennen im Anschluss haben die Jungeulen Kevin und Emily in ihren Jahrgängen jeweils ganz oben auf dem Treppchen Platz nehmen dürfen. Auf das Sprintrennen haben wir bei knappen 5 Grad und Dauerregen dann verzichtet.

Beim Einrollen, rollt er ins Bild...
Sonntag ging es zum Glück mit den Temperaturen Berg auf und der Regengott hatte auch beschlossen, es reicht nach 36 Stunden Dauerregen. Unsere Sachen durften wir beim Team Prowell Harzblut abstellen, dafür mal wieder ein dickes Danke. Kurz vor dem Start gab es mal wieder einige Wiedersehn und Plauderrunden. So habe ich meinen zukünftigen Zimmernachbarn Christian O. bei der VTS getroffen, die anderen Eulen Simone (samt Lebensgefährten), Melanie, Timo und Christian und noch viele mehr. 

Am ersten Anstieg wurden noch Witze gemacht.
Also ab zum Start, Aufstellung beziehen, Moni viel Spaß wünschen und schon geht es los. In der ersten Runde hänge ich mich an Ralph und bin froh mithalten zu können. Die Strecke ist allerdings schon jetzt nicht wiederzuerkennen. Schlamm in allen Variationen, der Wiesenweg wie ein Schwamm mit Kleisterwirkung, die Trails wie kleine Matschbäche und die schnellen Waldabfahrten zum Teil neu mit losen Schotter „befestigt“.  Nach uns starteten dann noch die Mittel- und Kurzdistanz-Biker.  Bei der Rundendurchfahrt kurzen Stopp, Wasserflasche tauschen und auf den Tacho schauen. Perfekt 1:06 Std, so war es fast geplant also weiter. Doch ab jetzt waren die Wege wirklich nicht mehr das was sie mal waren. Über  400 Laufräder haben den Schlamm nun wirklich in perfekte Gleitmittel verwandelt. Mein neuer Maxxis ikon war trotz über 100-Kilo-Körpermassen-Pressung von oben mit dem Untergrund restlos überfordert. Aber auch die 2. Runde wurde irgendwie geschafft. Einen Fahrer mit neongelber Jacke holte ich bei den Abfahrten immer wieder ein, und an den Auffahrten kam er freundlich grüßend vorbei. 

Alte Bekannte am Wegesrand werden begrüßt.
So plätscherte das Rennen dahin und die Beine wurden schwerer und schwerer bei dem Untergrund. Nach der 3. Runde war ich dann doch neidisch auf die Mitteldistanzfahrer, gerne hätte auch ich hier aufgehört und meine innerer Schweinehund knurrte vor Kälte, Hunger und Erschöpfung. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Am Wiesenweg hole ich diesmal die neongelbe Jacke ein und fange hier Gespächsfetzen auf. Von wegen Rundendurchfahrtsperrung um 15:00 Uhr. Ab da gab es ein "uns". Uns wird klar, dass wir dies nur zusammen schaffen können, es aber verdammt knapp werden wird. Norman C. kommt bereits auf seiner letzten Runde an uns vorbei und hat noch ein paar aufmunternde Worte für mich über. Klingt blöd, aber ein aufmunterndes wenn auch gelogenes „du bist gut dabei Frank, das schaffst du noch“ hat mir immerhin geholfen auch diesen Anstieg noch zu bewältigen. Wir quälen uns weiter den Berg hoch und kommen um 14:16 Uhr oben an. Das wird verdammt knapp. 

Die Abfahrten in der ersten Runde machen noch richtig Laune.

Noch ca. 14 Kilometer und ein langer Anstieg liegen vor uns. Bei normalem Wetter und Untergrund würde ich darüber lachen, doch diesmal kommt Verzweiflung in mir auf.  Alleine hätte ich wohl einen inneren Zusammenbruch hingelegt, doch hier entwickelt sich eine Gruppendynamik der Verzweifelten. Wir strampeln weiter hoch bis zum kleinen Abfahrtstrail und kommen danach nur noch zu 2. in das Flachstück. Hier ist eigentlich Windschatten fahren angesagt, doch keiner von uns hat noch die Kraft richtig vorne zu ackern. Wie eine Fata Morgana taucht da hinter uns Niels Petersen auf, er ist bereits in seiner letzen Runde, und bevor wir reagieren können ist er auf und davon. Doch zu meiner Überraschung hat er gemerkt, dass wir versucht haben uns an ihn ranzuhängen. Er macht langsam, wartet auf uns und führt uns in seinem Windschatten bis zum nächsten Anstieg. Danke Niels!!!   
Die Beine wollen nicht mehr.
Also nur noch hoch und dann ab in die Abfahrt und dafür noch 28 Minuten Zeit. Machbar… Hirn abschalten, Blick auf die neongelbe Jacke fokussieren und folgen, Krämpfe ignorieren. Um 14:57 Uhr überqueren wir die Rundendurchfahrt und dürfen noch auf die 5. Runde. Zum Glück hatte ich keine Zeit darüber nachzudenken, ich glaube ich hätte bewusst langsam gemacht um die 5. Runde zu vermeiden.
Wasser und Matsch sind die ständigen Begleiter auf der Strecke.
Malte hat es dann auch noch geschafft, also sind wir zu 3. zur letzten Schlacht aufgebrochen. Ich habe mich zum Erreichen der Durchfahrtszeit endgültig ausgepowert. Im kleinsten Gang geht es wieder diesen scheiß ewig langen Anstieg hoch, Malte und Mike machen extra langsam, um mich hier hinten nicht alleine dem Schweinehund zu überlassen. So geht es auf und ab bis zum letzten großen Anstieg. Hier bin ich dann so langsam, dass mein Garmin auf „Autopause“ umschaltet. Dies passiert, wenn man unter 4 km/h fährt. Malte strampelt nun selbst gegen Krämpfe an und kann nicht langsamer und zieht gefühlt gigantisch schnell davon. Mike und seine neongelbe Jacke warten auf mich, das baut auf. Seine Geduld kann ich nicht mit Absteigen beantworten, also weiter strampeln. Dann sehe ich es, das Rotekreuzfahrzeug, das am Ende des Anstiegs steht. Nur noch wenige Meter und wir sind oben. Mit dem Wissen, dass es nun nur noch bergab geht, lässt es sich entspannter rollen. 
Mein Sonderpreis von Axel...
Im Zielbereich ist von der Veranstaltung nicht mehr viel zu sehen. Moni, Melanie und Christian haben tapfer bis zum Schluss auf mich gewartet und empfangen mich herzlich, danke. Axel überreicht mir als Dankeschön für den Besenwagen noch einen gigantischen Trostpreis. Und zu meiner Überraschung hat Moni trotz „nur“ 4 Runden auf der Langdistanz den 3. Platz zugesprochen bekommen. Auf die Harz-Cup-Punkte wird sie damit aber wohl verzichten müssen.

Ich bin am Ende 25. auf der Langdistanz mit 95 Kilometern und über 2.800 Höhenmeter geworden. Und es war ein harter Kampf, denn von 63 Startern auf der Langdistanz haben es nur 33 ins Ziel geschafft. Fast 50 % haben abgebrochen, aus technischen oder körperlichen Gründen. Die Strecke wollte eben erobert werden.

Simone bei ihrem ersten MTB-Rennen
Umso mehr freue ich mich, dass alle Eulen das Ziel erreicht haben. Keiner hat aufgegeben und das finde ich einfach genial. Simone hat bei ihrem ersten MTB-Rennen auf einer nicht ganz einfachen Strecke (selbst bei trockenen Verhältnissen) ein super geiles Rennen hingelegt und ist bei den Damen auf der Kurzstrecken mit nur wenigen Minuten Rückstand auf Platz 6 gelandet.

Mein absoluter Dank gilt aber der „neongelben Jacke“ oder besser gesagt ihrem Träger Mike von den Streusandbüchsen.  Ohne ihn hätte ich weder die Rundendurchfahrtszeit geschafft, noch wäre ich auf die 5. Runde gegangen. So kann ich wenigstens sagen, ich bin als einer der Wenigen durchgekommen. DANKE MIKE!!!
Ach ja, der Walnusskuchen war absolut GENIAL!!! Danke für die schöne Veranstaltung und ich wünsche euch und uns für das nächste Jahr besseres Wetter.

Part 2 von Moni

Moni in der Abfahrt
Am Samstag sind wir die Strecke im Dauerregen abgefahren und anschließend zum Kinderrennen, um Emily und Kevin anzufeuern. Was auch ganz gut geklappt hat, schließlich haben beide Platz eins belegt. Gut gemacht!

Anschließend gab es noch ein Stück Kuchen und dann wollten wir uns zum Rennen anmelden. Ich war sehr unentschlossen, ob ich wie ursprünglich geplant 5 Runden oder doch lieber nur 3 Runden fahren soll. Nachdem Frank mir den Stift aus der Hand genommen hatte und bei 5 Runden ein Kreuz für mich gesetzt hatte, war die Entscheidung gefallen. Ok, so soll es dann halt sein. (Anmerkung von Frank, wir standen bereits gefühlte 30 Minuten vor dem Zettel ohne das ein Kreuz gesetzt wurde!!!)

Hoch, immer weiter hoch
Am Sonntag hatte es zum Glück dann nicht mehr geregnet und ich war wieder etwas zuversichtlicher. Die ersten beiden Runden liefen super. Es war mit der Zeit schon etwas knapp, aber noch zu schaffen. In der dritten Runde verklemmte sich leider meine Kette beim Beschleunigen und ich habe eine gefühlte Ewigkeit gebraucht, um sie wieder frei zu bekommen. 

Ein Lächeln geht immer
Nachdem ich auf die 4. Runde ging, kam mir noch ein Biker mit einer 5.000 er-Nummer entgegen und ich dachte nur „Super, bin ich nicht die Letzte!“, allerdings hatte er da grad seine 4. Runde beendet und ging auf die 5te…
Nach der Abfahrt geht es vollgas durch den Bach
Auf Runde 4 ließ meine Kraft nach und die Zeit lief davon. Als mir klar wurde, dass ich es um 15:00 Uhr (Durchfahrtstopp) nicht mehr auf die 5. Runde schaffen werden, verließ mich auch der letzte Hauch meines Kampfgeistes und es ging langsam und gequält weiter. Um 15:30 Uhr am Veranstaltungsgelände angekommen bin ich erst mal über den Verpflegungsstand hergefallen. Man hatte ich einen Hunger. Anschließend hieß es Bike putzen und umziehen. 
Der Casanova Axel und seine Siegerfrauen!!!
Als Axel zu mir kam und mir sagte, dass bei den Frauen in diesem Jahr aufgrund der harten Bedingungen „ein Auge zugedrückt wird“ und Monika Reker und ich doch noch mit platziert werden, war ich sehr überrascht. Vielleicht nicht ganz verdient, aber gefreut habe ich mich trotzdem ;-) 

Hoffentlich packe ich es im nächsten Jahr.       

Danke noch an unsere Lieblingsfotografen sowie an das Tretlager-Team-Salzgitter-Bad für die schnelle kurzfristige Reparatur von Monis Bremse!!!

Auch die Eulen ohne richtige Räder waren am Wochenende unterwegs, und einer hat den Massenzielflug sogar angeführt...Lesestoff dazu hier
Was die anderen Eulen so treiben...


Kommentare:

  1. sag mal habe ich dich eigentlich irgendwo überholt und nicht mirbekommen. ihr benötigt dringend auffälligere sachen. :-(

    dicken respekt aber für dich, dass du durchgezogen hast. das ist willen, echt super.

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    1. Die Sachen sind bestellt und wenn Steffen wort hält, kommen sie im Mai. Hast mich im Start/Zielbereich überholt, ich stand links am Flaschentauschen und war etwas überrascht das Christian dort stand.

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