Freitag, 6. September 2019

15 Seen Runde Kajakwandertour




15 Seen Runde

Mit Erstaunen verfolgen wir (Moni und Frank) die Wettermeldungen. Nochmals über 30 Grad und Sonne satt. So verwerfen wir unseren bzw. meinen Plan, der Deutschlandtour (Rennrad) hinterher zu reisen und schmieden einen neuen Wochenendplan. Klar ist, bei den Temperaturen muss Wasser dabei sein und die Möglichkeit zu Campen. Da fällt mir eine Zeitschrift auf unserem „Palast der Winde“ ein, da stand doch etwas von 10-Seen-Runde mit dem Kajak. Also schnell die Zeitschrift gesucht, in Wustrow beim Kanuhof angerufen und für den nächsten Tag bzw. Tage zwei Wanderkajaks reserviert.



Kaum ist Moni am Freitag nach der Arbeit daheim, sitzen wir auch schon im Auto Richtung Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Ankunftszeit 16:30 Uhr steht im Navi, doch daraus wird leider nichts. Erst um 18:30 Uhr erreichen wir den Kanuhof. Hier empfängt uns Thomas und übergibt uns die reservierten Kajaks und alles was dazu gehört wie Paddel, Spritzschutzdecken, Abdeckungen für die Packfächer, einen kleinen Kanister für die Wertsachen, zwei wasserdichte Packtaschen und eine Wasserwanderkarte. Er hört sich unsere geplante Route an und empfiehlt uns genau andersrum zu starten, da wir so, wenn wir sehr zügig vorankommen sollten, noch eine andere schöne Seenrunde direkt an unsere geplante Tour dranhängen könnten.



Wir beschließen es so zu machen, wie Thomas es uns empfohlen hat. Bauen unser Zelt auf, stellen uns die Kajaks (die Fußsteuerung) für uns ein und packen unsere Packtaschen fertig. Kaum ist dies geschafft, grummelt mal wieder mein Magen. Noch dazu habe ich an diesem Tag Geburtstag, also muss eine feine leckere Mahlzeit her. Leider ist mein Wunschrestaurant gnadenlos ausgelastet, aber wenigstens gibt es eine Whiskykarte deren Umschreibungen der Geschmacksrichtungen uns neugierig machen. So erleben wir den ein oder anderen Schluck mit überraschenden Gaumenfreuden aber auch Gaumengraus-Momenten bis zur Matratzenzeit.






Den Tag beginnen wir recht früh, da wir ja einiges vorhaben und nicht genau wissen, wie weit man überhaupt bei so einer Kajakwanderung pro Tag gemütlich kommt. So lassen wir die Kajaks im Plätlinsee (See 1) ins Wasser gleiten und machen unsere ersten Paddelschläge auf diesem wunderschönen Klarwassersee. Der See selbst ist für Motorboote gesperrt und so paddeln wir einsam der Sonne entgegen und suchen im Schilf den Einstieg in die Schwaanhavel.





Da ist der Einstieg zur Schwaanhavel

Die Schwaanhavel ist wunderschön, so zumindest unser empfinden. Alte Bäume hängen über dem Wasser, Vöglein zwitschern, und teilweise ist der Randbewuchs so eng, es bleibt kaum Platz zum Paddeln. Spätestens als der Wasserstand uns zum Aussteigen zwingt und wir barfuß unsere Kajaks durch den sandigen Untergrund ziehen, kommen wir uns wie kleine Entdecker oder Abenteurer vor. Wir entdecken einen wunderschönen Platz und beschließen erstmal zu Frühstücken.











Erst als wir am Ausgang der Schwaanhavel ankommen, kommt uns ein Kanufahrer entgegengetrieben. Der Hund vorne im Boot schaut uns verträumt an, während sein Herrchen hinten im Boot mit einem Hut über den Augen sich wohl in den Tag reinträumt. Der Anblick mit der Kulisse lässt schon leichte Huckleberry Fin Gefühle aufkommen.










Auf dem nun folgenden Havel-Kanal kommen uns erste Motorboote entgegen und wir sind überrascht welch gefühlt riesige Wellen, so kleinen Booten folgen. Nun noch ein Stück Drewensee (See 2) queren und zack sind wir beim ersten Fischer gelandet.







Von hier geht es unter einer alten Holzbrücke durch in den Finowsee (See 3) weiter über die Havel zum Wagnitzsee (See 4) und von dort rüber zum „Großer Piepertsee“ (See 5). Hier bläst uns der Wind kräftig entgegen und wir halten uns erst am westlichen Ufer auf, entschließen uns aber, um die Wasserskifahrer besser sehen zu können, Richtung Seemitte zu paddeln. Allerdings nimmt der Schiffverkehr plötzlich richtig dolle zu, so dass wir uns beeilen wieder in Ufernähe zu gelangen.





Bei Priepert halten wir Ausschau nach einer Einkaufsmöglichkeit und entdecken am Ufer ein Schild, mit dem Hinweis „Ellbogensee 300 Meter links, Einkaufsmöglichkeit“. So paddeln wir also in den Ellbogensee (See 6) und halten uns links und tatsächlich, hinter dem Yachthafen gibt es eine Anlandemöglichkeit am Campingplatz. Und auf dem Campingplatz befindet sich ein kleines Lädchen mit allem, was man so braucht. Wir kaufen ein, essen eine Kleinigkeit auf dem Steg und beschließen uns ein schöneres Plätzlein für eine ausgedehntere Pause zu suchen.

Einkaufen und kurze Pause am Campingplatz


Schleuse Strasen




Dieses Plätzlein finden wir auch nachdem wir über die Schleuse Strasen den „Großer Pälitzsee“ (See 7) erreicht haben und gegenüber vom Pälitzhof eine kleine Lücke im Schilf uns eine schöne Sandbank eröffnet. Hier genießen wir Kuchen, Wurst und ein Radlerchen sowie ein ausgiebiges Nickerchen.





Bei schönstem Wetter gehen wir erst nochmal schwimmen, bevor wir weiter zum „kleiner Pälitzsee“ (See 8) und Canower See (See 9) paddeln. Die Canower Schleuse teilen wir uns nur mit einem anderen 2er Kajak und vielen Sprüchen. Denn die zwei anderen Paddler haben wir auf der Tour schon öfters getroffen und die Sprüche werden immer mehr so, als ob man sich schon ewig kennen würde.


Wasser strömt in die Canower Schleuse

Die Schleuse entlässt uns in den Labussee (See 10) und da wir bereits späten Nachmittag haben googeln wir, wie die umliegenden Campingplätze aussehen. Dabei stoßen wir auf eine Floßbar und schon steht unser Ziel fest. Wir queren den Labussee und fahren zum Campingplatz mit dem gigantischen Namen „C24“. Dieser kleine feine Natur-Campingplatz gefällt uns sofort. Kleine Sandstrände, Stege, viele Zelte zwischen den Bäumen und überall brennen kleine Feuerschalen.




Die Floßbar allerdings hat ausgerechnet heute geschlossen, doch dies stört uns nicht, denn wir haben uns an der Rezeption mit allem eindecken können, was wir für einen schönen Abend brauchen. So genießen wir den romantischen Sonnenuntergang am Ufer des Labussees mit vielen anderen. Und da so ein romantischer Sonnenuntergang doch verdammt lange dauern kann, haben wir auch noch bissel Zeit für eine schöne romantische Bobbes-Bombe ins Wasser.







Am nächsten Morgen entdecke ich ein selbstgebautes Bambusfahrrad und Moni weiß sofort, dies kann nun dauern. Da wir aber Frühstück vorbestellt haben und bekanntlich Essen einen gewissen Stellenwert bei mir hat, sind wir pünktlich um 8:00 Uhr beim Frühstück. Leute, wenn ihr mal bei schönem Wetter auf dem C24 landet, gönnt euch das Frühstück auf der „Terrasse“ und die dortige Stimmung. Wir jedenfalls sind erst gegen 10:00 Uhr von dort wieder aufgebrochen und zu unseren Kajaks zurückgekehrt.

Genialer Eigenbau

Der nun folgende Weg zur Schleuse Diemitz hat schon schöne Abschnitte und am Rand teilweise etwas von Mangrovenwäldern. Die Schleuse selbst müssen wir uns mit vielen Booten und anderen Paddlern teilen. Und obwohl wir in der Schleuse wie kleine Ölsardinen dicht an dicht gedrängt waren, sind wir kurz dahinter am „großen Peetschsee“ (See 11) bzw. Vilzsee (See 12) schon fast wieder alleine unterwegs.







Der kommende kleine Verbindungsweg zwischen Vilzsee, Fleether Mühle und Rätzsee mit seinen vielen Seerosen, Enten, Schwänen hat uns richtig gut gefallen. Natürlich haben wir die Fleether Mühle auch gleich als Kaffeerast angenommen. Hier muss man zwar sein Kajak 50 Meter umtragen, aber wer dies nicht möchte, kann sich auch für 1,00 Euro ein Wägelchen leihen.









Der Rätzsee (See 13) selbst ist für den Motorbootverkehr gesperrt und ist wunderschön. Am westlichen Ufer stehen einige umgebaute Bootshäuser und irgendwie verspürt man sofort den Drang dort seinen nächsten Urlaub verbringen zu wollen. Mit diesen Eindrücken und den schönen kleinen Anlandungsmöglichkeiten im sonst dichten Schilfgürtel können auch wir der Pause nicht lange wiederstehen.











Nach der Pause geht es in den „Drosedower Bek“, ein wunderschöner Verbindungskanal zwischen Rätzsee und Gobennowsee und auch noch größtenteils für große Boote gesperrt.
Am Gobennowsee (See 14) gönnen wir uns noch eine letzte Pause, lassen das schöne Wochenende Revue passieren und sind uns sicher, es wird eine Wiederholung in ähnlicher Form geben.








Wir fahren in unseren letzten See für dieses Wochenende ein, dem Klenzsee (See 15). Er ist mit seinem Seerosenteppich und dem kleinen Kanal zum Kanuhof der passende Abschluss für dieses wirklich entspannte ruhige Sonnen-Kajak-Wander-Wochenende.







Die Rückgabe der Kajaks erfolgt absolut problemlos und kaum sitzen wir in unserem Auto, fängt es wie aus dem nichts an zu regnen.

Ende einer schönen Tour.

Hier mal noch einige Infos.

So ein Wochenende ist ein relativ günstiges Vergnügen. Das Solo-Kajak der Marke Prijon hat uns im Wochenendtarif von Freitag-Sonntag 45,- € gekostet. Inklusive Packsack, Wasserwanderkarte, Spritzschutzdecken, Paddel, Schwimmweste und einer extra Dose für Wertsachen.

Die Übernachtungen auf den Zeltplätzen für zwei Personen kosten zwischen 15,00 und 20,00 Euro.

Unsere Runde hatte ca. 47 Kilometer. Man könnte die Runde am Labussee aber auch abkürzen. Eine wunderschöne kleine Runde ist auch die Verbindung Labussee, Gr. Peetschsee, Vilzsee, Rätzsee und Gobenowsee.






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