Dienstag, 5. Januar 2021

Neujahr 2021 45 Kilometer Trail-Trekking im Ith

 


Jetzt ist es amtlich. In unserer Hitliste der schönsten Trails, die man rund um Peine innerhalb einer Stunde erreichen kann, hat der Harz auf Platz 1 Konkurrenz bekommen. Bereits im Frühjahr hatten wir einen ersten Kontakt mit unserer neuen evtl. bald Nummer EINS (siehe Bericht), jetzt im noch frühen neuen Jahr 2021 haben wir den Ith jedenfalls sehr genossen und werden die Gegend in der nächsten Zeit sicherlich noch mehr erkunden.

Keine großen Bergpanoramen, aber wunderschöne Ausblicke.


Da der Harz zwischen den Jahren immer wieder in den Nachrichten als „überfüllt“ betitelt wurde, haben wir uns mit dem Finger auf der Karte nach einer alternativen Trekkingtour gemacht. Fündig wurden wir im Ith. Hier gibt es den Kansteinweg (Wanderweg von Hannover nach Alfeld) und den Ith-Hills-Trail (KLICK). Wir haben uns einige Abschnitte daraus zu einer schönen Mehrtageswanderung von Bahnhof zu Bahnhof zusammengestellt.




Gestartet sind wir unsere Tour am Bahnhof Coppenbrügge. Von hier geht es direkt aufwärts zur Teufelsküche und den Bewachern Adam und Eva. So nennen sich die ersten Felsformationen, die einem auf diesen Trampelpfaden begegnen. Man taucht auf dem wunderbaren Naturtrail sofort ab in eine andere Welt. Andere Wanderer, Fehlanzeige.







Adam und Eva


Wir erreichen den Lauensteiner Kopf und den darauf gebauten Aussichtsturm mit dem Namen Ithturm. Noch sind wir fit und erklimmen diesen natürlich und genießen das Panorama. Zurück auf dem Ith-Kammweg zeigt die Beschilderung plötzlich in eine andere Richtung wie die von uns geplante Tour. Da ich es wie immer besser weiß, geht es meiner geplanten Tour am Rand des Krüllbrink-Steinbruchs hinterher. Okay, die kleine Sackgasse mussten wir abenteuerlich zu unserem Vorteil nutzen, denn zurück gibt es nicht oder nur selten. Jedenfalls kamen wir unversehrt zurück auf den eigentlichen Weg.













Es folgte nach der Querung einer Straße ein recht steiles Stück und schon waren wir wieder auf dem Kammweg mit genialem Ausblicken. Da unsere Zielhütte aber nicht im Ith, sondern auf dem Kanstein-Höhenzug lag, verließen wir den Ith Richtung Saaletal. Am Ende des Abstieges vom Ith stoßen wir noch auf die Quelle der „Josser Beeke“ und füllen unsere Trinkvorräte auf. Wer möchte kann in Salzhemmendorf seine Vorräte auch im Supermarkt direkt an der Strecke auffüllen. Da heute aber Neujahr ist, gibt es diese Möglichkeit nicht für uns, aber wir haben ja auch alles fürs leibliche Wohl dabei.







Nach der Querung der Saale (ja der Bach nennt sich hier so) geht es an der Grillhütte Salzhemmendorf vorbei aufwärts. Der Weg ist wunderschön und abenteuerlich zugleich und plötzlich ist man oberhalb eines gigantischen Kalkbruches. Der Weg führt uns nun an diesem vorbei bis zu unserem Nachtlager der Kohlfleck Hütte. Diese 2009 erbaute Hütte ist im Sommer sogar mit fließend Quellwasser ausgestattet, jetzt zu dieser Jahreszeit gibt es hier aber keine Wasserbewegung. Aber egal, die Hütte ist genial und sogar mit einer Tür versehen und sehr ordentlich und gepflegt. Wir genießen eine wunderbare Nacht und es fängt sogar an zu schneien.





Am nächsten Morgen ist die Hauptüberwindung vom warmen Schlafsack in die zum Teil nun doch sehr kalten Klamotten zu schlüpfen. Kaum haben wir dies hinter uns, fährt ein Fahrzeug vor und der „Hüttenwirt“ schaut vorbei. Er erzählt uns etwas über die Geschichte der Hütte, der Umgebung und der Quelle und kontrolliert, ob wir auch alles sauber und ordentlich hinterlassen haben. Natürlich mit MNB und Abstand wie es sich derzeit gehört, auch hier im Wald.




Für uns geht es nun gleich weiter aufwärts, zum höchsten Punkt des Kanstein und den dort befindlichen Lönsturm. Nach dem Aufstieg fehlt uns aber die Motivation den Turm zu besteigen, noch dazu hängt die Plattform gerade in einer Wolke.








Vorbei am Thüster Berg geht es zu einem weiteren alten Kalk- oder Steinbruch. Der Weg führt direkt an der steilen Kante vorbei und bietet somit wunderbare Ausblicke und ein gewisses Entdeckerflair bis Marienhagen.











Von Marienhagen marschieren wir wieder aufwärts zum Leineberglandbalkon, eine Schutzhütte mit genialem Panorama. Dort verzehren wir unsere letzten Vorräte und Getränke, denn nun steht der Abstieg über den Windmühlenweg nach Duingen an, um im dortigen Supermarkt unserer Vorräte wieder aufzufüllen.






Und wie es so ist, nach dem Abstieg steht der Aufstieg zurück zum Kammweg mit gefüllten Rucksäcken an. Über den Babenstein entlang der Felswand Kikedal und der Humberghütte erreichen wir die Lippoldshöhle. Der einzige Ort bei unserer Wanderung, an dem wir auf viele andere Wanderer treffen.









Da die Zeit aber etwas drängt, marschieren wir zügig die kleinen Serpentinen nach oben, um dort unser Nachtlager die Reuberghütte zu erreichen. Diese Hütte ist bis auf eine kleine Öffnung an der Tür komplett wettergeschützt und hat sogar einen Ofen. Wir genießen unseren Glühwein, Apfelsaft mit Nussler und leckere Bratwürste bevor wir einschlafen.








Am nächsten Morgen heizen wir schnell den Ofen wieder richtig auf und genießen zum Frühstück einen schönen warmen Tee bei leichtem Schneefall. Und auch hier kommt der „Hüttenwirt“ auf seiner sonntäglichen Kontrollwanderung vorbei und freut sich, dass die Hütte mal nicht nur als kurze Tagespause gedient hat.

Teatime


Aus dem Schneefall wird zwar nun Nieselregen, aber dies kann uns die Laune nicht verderben. Wir genießen die letzten Kilometer zum Bahnhof in Alfeld und marschieren noch an unserer „Plan B“ Schutzhütte für die Nacht vorbei. Zum Glück haben wir diese nicht angesteuert am Vortag, denn viel ist von der Schutzhütte nichtmehr vorhanden.






Insgesamt können wir die Wanderung nur empfehlen. Eine wunderschöne Gegend, mit vielen trockenen Möglichkeiten zur Übernachtung auch ohne ein Tarp mitzuschleppen. Wir freuen uns schon, diese Region demnächst wieder zu besuchen. Vielleicht sieht man sich ja im Wald.

Euch einen schönen Start ins neue Jahr.

Route / Daten / Zahlen:

bissel mehr als 2 Tage vom 01.01.-03.01.

Coppenbrügge nach Alfeld

ca. 50 km und 1.500 Höhenmeter

Übernachtung: Schutzhütten



Hin und wieder auch auf Komoot

1 Kommentar:

  1. Hallo ihr beiden! Wieder mal ein toller inspirierender Bericht! Es ist schön zu lesen, wie ihr eure Freizeit gestaltet und mit Herzblut die Natur genießt.
    Cool, dass ihr noch am Leineberglandbalkon vorbei gekommen seid, den ich euch noch über Strava empfohlen habe. Dort ist es allerdings zur warmen Jahreszeit schöner.
    Durch eure Anregung bin ich am 05.01. gleich zur Reuberghütte geradelt und habe den Luxus eines Ofens in der Hütte genossen.
    Macht weiter so. Grüße
    Doktor Q

    AntwortenLöschen