Sonntag, 19. Mai 2019

Harzklub Slow Food Trail Runde




Video kommt noch...da isses!



Unsere Frauen on Tour, haben Peter und ich beschlossen in den Harz zu fahren und uns der Tour der „Mountainbiker Harzklub Goslar“ anzuschließen. Die Tourbeschreibung verspricht tolle Trails, herrliche Landschaft und schöne Ausblicke mit noch viel leckerer Pause.



Im Zusammenspiel der Tourbeschreibung und dem blauen Himmel, verwunderte es auch nicht, dass wieder über 20 Mountainbikerinnen und Mountainbiker am Treffpunkt zusammenkamen. Nach einer kurzen Einweisung durch den Guide John ging es auch schon los. Ab in den Wald, ab auf die Trails, ab in den Anstieg.






Und schon nach wenigen Kilometern war sich die Gruppe einig, „herrliche Landschaft“ und „schöne Ausblicke“ passt. „Tolle Trails“ hingegen passt nicht, die waren zum Teil MEGAtoll, aber auch nicht ganz ohne. Tatsache ist, es kamen alle mit funkelnden Augen und fettem Grinsen am Trailausgang an. Die einen, weil es einfach genial war, die anderen, weil sie es irgendwie da runter geschafft haben ohne Sturz.








Egal wie, es hat einfach Spaß gemacht und die Kilometer flogen nur so dahin und zackbumm waren wir schon in Wildemann. Und hier muss ich sagen, habe ich mich ganz besonders auf die Pause gefreut. Denn während unseres Slowakeitrips in der Hohen Tatra, hat sich mein Wortschatz um den Begriff „Slow Food“ erweitert. Und der Harz bietet einige Anlaufstellen für gute Slow Food Küche und regionale Produkte. Hier möchte ich mal abseits des Radthemas den Blog „Esskultur im Harz“ (Klick zum Blog) empfehlen und auch den schönen Blog von Monika Herbst, die nicht nur gerne Rad fährt, sondern auch vieles zum Thema Slow-Food und „Harzlust“ schreibt. (Hier zum Blog)(Übersicht Slow Food Harz)



Gut, zurück zu der Tour, die Pause war absolut schmackhaft und die Bestellungen zum Teil eine Herausforderung für die nette Bedienung, denn bei Bestellungen und Fragen wie: „Ich hätte gerne den Klassiker, Spargel mit Tomaten!“ oder „Was`n das für`n Gelumpe?“ (sehr scherzhaft gemeint für ein genial angerichtetes Produkt) hatte sie immer ein gutes Kontra auf den Lippen.

Best Slow Food "Gelumpe" ever.

Gut gesättigt stiegen wir irgendwann wieder auf unsere Schlachtrösser und kehrten zurück in den Wald und auf die Trails. Und da Peter die Trails scheinbar zu seinem eigenen Erstaunen alle ohne Sturz bewältigt hat, hat er sich gedacht, stürze ich eben einfach mal auf einem flachen Waldweg. Zum Glück nichts passiert und wir konnten weiter fahren auf den Marktplatz in Goslar noch ein leckeres Stückchen Kuchen essen.







Mal wieder ein dicker fetter Dank an die Guides und die vielen netten Mitstreiter. Doris, dich mal wieder zu treffen, hat mich richtig gefreut.









Harzklub Tourtermine - KLICK
Fotos der Tour - KLICK

Eine Rund-Rad-Tour zum Berninapass - KLICK
WW400 - Welch Wahnsinn - KLICK
Mit dem Harzklub nach "Schalke" - KLICK

Mittwoch, 15. Mai 2019

Eine Rundtour zum Berninapass

Der Berninapass von noch weiter oben. Das Bild entstand einige Tage später bei einem anderen kleinen Abenteuer.


Während wir mit dem Auto von Ried im Oberinntal (Österreich) „rüber“ nach Chiavenna (Italien) fahren, kommen wir kurz vor St. Moritz (Schweiz) an dem Abzweigungsschild „Berninapass“ vorbei. Ich sage zu Moni: „Da oben war ich schonmal mit der Bahn (Berninaexpress, kann ich nur empfehlen) während einer Radreise.“ Und Moni antwortet, „na dann lass uns morgen mal hinradeln“.

Was soll ich sagen? 5:30 Uhr und der Wecker im Zelt klingelt. Wir ziehen die bereitgelegten Radklamotten an und zack sitzen wir kurz nach 6:00 Uhr auf unseren Rädern. Zuerst geht es über einen schönen Radweg an Chiavenna vorbei, immer entlang des Flusslaufes der Mera.





Kurz vor dem Lago di Mezzola kann ich es nicht mehr ohne Kaffee aushalten und erzwinge einen ersten Kaffeestopp. Weiter geht es entlang am Lago di Mezzola, der um diese Uhrzeit mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund einfach nur schön ist.





Wir queren den Fluss Adda und biegen ab in das Tal der Adda. Hier beginnt ein Radweg, der vom Comersee hoch bis Bormio führt. Perfekt ausgeschildert und mit vielen Rastplätzen versehen und von den Dörfern rechts und links des Radweges, kommen richtige Radwegzufahrten bzw. Abfahrten. Dass so ein Radweg auch angenommen wird, merken wir mit jeder Stunde, denn es wird voller und voller und trotzdem grüßt wirklich jeder entgegenkommende Radfahrer. Egal ob Liegerad, Rennrad, Mountainbike oder Familientross, sind wir hier etwa im Radlparadies?


Moni auf der Brücke.









Irgendwann erreichen wir Tirano. Hier startet auch der legendäre Berninaexpress in die Berge. Doch diesmal ohne mich bzw. uns, denn wir fahren tapfer mit den Rädern „in den Berg“. Anfänglich können wir noch dem Radweg und den MTB-Trails durchs Tal folgen, doch ab dem Lago di Poschiavo ist dies dank der Schneefelder vorbei.










Auf der Straße ist wenig Autoverkehr, doch wenn einer kommt, dann meistens wie auf einer Rennstrecke. Wir hingegen klettern Meter für Meter mit dem Rad dem Pass entgegen. Langsam rächt es sich, dass wir uns keine richtige Mittagspause mit Pasta und Co gegönnt haben. Und so kommt es, dass ich mal wieder wild jammernd und von Krämpfen geplagt mich neben der Straße hin und her wälze, während Moni genussvoll die Sonnenstrahlen genießt. Aber Moni wäre nicht meine Moni, wenn sie nicht plötzlich einen Schokohasen für mich hervorzaubern würde, damit ich endlich aufhöre zu jammern.





Mit diesem Schokodoping geht es weiter Richtung Pass, Meter für Meter, doch die Höhenmeteranzeige erhöht sich nur sehr langsam. Aber nach 141 Kilometern sind wir endlich oben angekommen und machen „Passbild“-Fotos.











Lange bleiben wir aber nicht stehen. Denn hier ohne anstrengende Bergauffahrt, spüren wir doch sehr schnell die Kälte. Wir fahren schnell weiter in das Bergrestaurant Cambrena und genießen eine leckere warme Suppe. Wir spüren förmlich wie der Körper die Wärme aufnimmt und wieder Energie in die Beinchen schiebt. So lecker die Suppe war, so lässt einen die Rechnung in der Schweiz doch immer wieder innerlich fluchen.




Egal, nicht ärgern, ab in den Sattel und die Abfahrt genießen. Leider können wir auch hier erst kurz vor Pontresina wieder auf den Radweg ausweichen. Allerdings geben wir auch dieses Unterfangen bald wieder auf, es liegt noch zu viel Schnee.

Zu unserer freudigen Überraschung sind die Radwege rund um St. Moritz bis Silvaplana perfekt geräumt. Ab Silvaplana müssen wir wieder auf die Straße, was bis Maloja bedeutet, Kopf runter und treten, treten, treten. Den Malojapass erreichen wir mit dem letzten Tageslicht. Keine Ahnung wo wir bei unseren Touren immer die Zeit verlieren.









Leider lässt der Schnee auch hier keine Trailabfahrt zu. So schlängeln wir uns mit dem Autoverkehr die vielen Serpentinen runter Richtung Italien. Mit dem endgültigen Verschwinden der Sonne bzw. des Tageslichtes und dem Abfahrtwind wird es verdammt eisig. Wir halten kurz an und ziehen uns alles über, was wir dabeihaben. So vermummt ziehen wir nun durch und fahren unseren Lichtkegeln hinterher bis wir ein Pizzeriaschild sehen. Wir schmeißen den Anker, biegen ab in die gedachte Hofeinfahrt und kommen zwischen den Tischen und den dort sitzenden Gästen zum Stillstand.




Leider gibt es keine Pizza mehr, so ziehen wir nach einem etwas enttäuschenden Brot und einer Cola weiter. Weiter in „unsere“ Bar, unserem Ankunftsort dieses Urlaubes. Die Bar Chinguito direkt unterhalb des Wasserfalles Aquafraggia. Hier bekommen wir nicht nur geniale Cocktails, nein, es gibt auch zu jeder Runde Getränke noch einen liebevoll gestalteten Snack. Wobei Snack hier absolut untertrieben ist.

Beste Bar im Tal.





Von hier geht es erst weit nach Mitternacht zurück rüber auf den Campingplatz ins Zelt. Es waren verdammt harte und lange 218 Kilometer am Ende mit 2.800 Höhenmetern.

Kleines Video von unserem Campingplatz. Ja, Kameraführung und Schnitt müssen besser werden. Ist eben ein neues Spielzeug und bedarf doch etwas Übung. 

Rückblickend lässt sich dieser Tag so beschreiben: Sch…e war das ein geiler Tag!

GPS-Daten-Planung zur groben Orientierung: (KLICK). Gefahren sind wir vor Ort aber entsprechend der Radwegbeschilderung. Ach ja, ohne Schnee kann man diese Runde fast komplett auf Radwegen und Trails fahren.

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