Mittwoch, 14. Juni 2017

Transpyr - Sun vs Titan - Etappe 4 (Bericht 5)




Die 4. Etappe, was soll ich schreiben? Fangen wir mal mit dem Start an. Es ging direkt bergauf und sollte erst 40 Kilometer und 1.500 Höhenmeter später enden. Die Auffahrt zuerst Straße, übergehend in Schotter und irgendwann Wiese. 



Oben angekommen erwartet uns ein verblockter Trail. Medizinbälle große Steine, Wurzeln und was man sonst noch als Hindernis auf den Weg bauen könnte als Trailbauer, gilt es zu bewältigen. Die geniale Aussicht auf dem Weg ist ein weiteres Problem, man weiß gar nicht auf was man sich konzentrieren soll. 



Umso weiter wir ins Tal Richtung Verpflegungspunkt fahren, umso höher steigt die Temperatur. Im Tal steht die Hitze. Neben dem Verpflegungspunkt entdeckt jemand den Eingang zu einer Bar. Ruckzuck stehen die ersten eiskalten Colas und später sogar Biere auf den Tischen. 



Die Weiterfahrt und der folgende Aufstieg werden zur Hitzeschlacht. An einem Brunnen stand mein Garmin kurze Zeit ohne Bewegung in der Sonne und zeigt nun an was uns den ganzen Tag von oben auf den Körper strahlt. Jeder, aber wirklich jeder Fahrer fährt nur noch von Schatten zu Schatten, von Wasserquelle zu Wasserquelle. 



Irgendwann, irgendwo weiter oben öffnet uns die Natur den Vorhang und zeigt uns die Bühne für die nächsten Stunden. Eine Landschaft, die irgendwie unrealistisch wirkt mit ihrer Schönheit. Doch auch dieser Anblick lenkt nur kurzfristig von der Hitze ab. Wir können immer mehr Fahrfehler beobachten und auch ich merke wie das Garmin vor mir irgendwie verschwommen wirkt. 



Jedenfalls schaffen wir es bis nach ganz oben an den letzten Verpflegungspunkt, der auch in genialer Kulisse steht. Einer der Sanijeeps kommt gerade ebenfalls an, öffnet die Heckklappe und das Durcheinander verrät, heute haben die Sanis viel zu tun. Was die vielen Verbände beim Fahrerbriefing für morgen auch bestätigt haben.



Dabei kam erst jetzt eines der angepriesenen Highlights der Transpyr, eine sogenannte 16 Kilometer "Flow"-Trail-Abfahrt. Ja, sie war geil. Ja, sie ist einmalig. Ja, sie bietet geniale Ausblicke. Ja, es gab Flow. Aber wir könnten uns heute nach der Hitzeschlacht und 3.000 Höhenmetern irgendwie nicht richtig daran erfreuen. Und dass die Konzentration auch bei anderen nachließ, konnten wir anhand der Stürze beobachten. Hier siegte die Sonne auch über Titan!



Allerdings das letzte Trailstück verleitete mich wieder zu lauten Jubelrufen und auch Moni gewann ihr Lächeln zurück. Kurz danach erschien auch unser Zielort am Horizont. Eine Burg, und wo wurden Burgen meistens errichtet? Auch diesen Anstieg eroberten wir noch. 



Das Gute, für morgen sind nur 31 Grad im Schatten vorhergesagt, immerhin 1 Grad weniger wie heute... Selbst jetzt beim Schreiben im Café (~21:30) kommen noch Radkollege aus den Bergen hier im Hotel an.


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