Dienstag, 13. Juni 2017

Transpyr - Kurzbericht 4 - Königsetappe (3)



Königsetappe war heute angesagt und noch nie war der Name passender. Leider hat es heute auch viele Fahrer erwischt, 10% der Teilnehmer werden als DNF geführt. Nach einem lockeren Start und einer Engstelle konnte man 300 Fahrer wie an einer Perlenschnur ordentlich hintereinander fahrend sehen.




Nach Kilometer 15 war Schluss mit lustig. Wir sind in den Pyrenäen angekommen. Von hier ging es 1.300 Höhenmeter am Stück den Berg hoch. Trails, Schotterstraßen, Wiesen oder auch einfach nur durch die Pampa immer dem Navi hinterher. Kaum VP 1 erreicht, werden die Gaben von uns geplündert. 



Nach VP 1 ging es immer weiter der Bergspitze entgegen. Oben angekommen wollte beim Anblick des Felsenwaldweges bestehend aus scharfkantigen Brocken keine wahre Freude aufkommen. Doch was nach wenigen Kilometern kam war einfach nur geil, abartig gruselig, mega schön, einfach nur dumm, einfach ein genialer Trail. 1.300 Höhenmeter am Stück abwärts. Fahrfehler verzieh der Weg nicht, dies musste auch ich merken. Und so anstrengend es war, soviel Stürze man gesehen hat, jeder hatte ein gigantisches Grinsen im Gesicht. Keine Ahnung wie oft wir unterwegs gedacht haben "das kann nicht gutgehen", es ging gut. Unten angekommen zitterte Moni vor Aufregung über das Geleistete. Allerdings kamen die Fullyfahrer nur so an uns vorbei geflogen.



Am Ende wartete eine der Abfahrt würdige Verpflegungsoase. Wohl gelaunt verlässt jeder den VP 2 nichtsahnend was nun kommen sollte. Knappe 300 Höhenmeter auf etwas unter 2,5 Kilometer auf bloßen Stein und die Sonne knallte was sie konnte. Ganz ehrlich, wir verloren kurzfristig den Spaß dank Hitze. Aber ein Wasserschlauch an einem kleinen Häuslein ließ uns alle wieder durchatmen. 



Es wechselten geniale Landschaften mit schönen Wegen und Trails bis zum VP 3. Richtig genießen konnten wir ihn nicht, denn bis ins Ziel wollten weitere 800 Höhenmeter bezwungen werden und die Sonne stand genau über dem Anstieg. Plötzlich rief jemand an einer verlassenen Scheune "Fontana" und schwups saßen 5 Nationen gemeinsam im Brunnen und genossen den Moment der Frische. 



Moni und ich kurbelten dann den Rest des Aufstiegs weitestgehend im kleinsten Gang, die "Luft" war raus. Zum Glück ging es die letzten 15 Kilometer einfach nur noch bergab. Der Tag war ein Radhighlight, aber wir sind völlig fertig nach 11 Stunden im Sattel mit 115 km und 3.340 Höhenmetern bei niemals unter 30 Grad. Wohl dem, der Radservice und Massage mitgebucht hat, wir leider nicht.


So sieht mein Recovery Tablettchen aus...


1 Kommentar:

  1. Du hast einen tollen Blog und interessante Fotos. Ich mache auch gerne Radtouren, vor allem in die Berge. Dort fühle ich mich frei und voller Energie! Meine Freunde rieten mir, eine Tour zu machen am Nordpol. Sie sind vor kurzem von der Reise zurückgekehrt und waren in großer Ekstase. Also ich denke nächstes Jahr auch dorthin zu gehen.

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