Mittwoch, 31. Mai 2017

Vatertag, Teufelsmauer, Hängebrücke und ein Bad Biker Event


Dream-Kamm-Trails


Was für ein schönes langes Wochenende. Das Wetter perfekt und die Touren sind geplant. 


Tag 1 – On the Road


Himmelfahrt sollte es eigentlich zu 4. mit dem Zug losgehen, leider haben 50% kurzfristig abgesagt. So haben Martin und ich uns alleine nach Bückeburg aufgemacht, um mit viel Rückenwind und einigen Einkehrschlenkern den Tag auf dem Rennrad zu genießen. Am Ende haben wir trotz der vielen Zombies (Vatertags-Alkohol-„Leichen“) heil und gesund wieder Peine erreicht. 

Mein einziges Bild auf 126 Kilometer.



In Peine wurde umgesattelt, „M“artin gegen „M“oni getauscht, und direkt weiter nach Wernigerode auf den Campingplatz gefahren. Unser Zelt konnten wir direkt an dem Zillierbach aufschlagen, welcher dank nicht funktionierender Warmwasser-Duschen auch unsere Badewanne für die kommenden Tage darstellte. 

Teufelsmauer, einfach immer wieder schön.



Tag 2 – Teufelsmauertour Extensionversion 

Eddie hat mit der Cam draufgehalten.


Am Morgen haben wir bei wirklich angenehmen Temperaturen, Wassergeplätscher und Vogelgezwitscher lecker gefrühstückt und uns nach Wernigerode in die Altstadt aufgemacht. Hier haben wir uns mit unseren Niederländischen Freunden verabredet um gemeinsam den Harz via Radl zu erleben. Natürlich waren sie überrascht als ich sagte, wir bleiben heute im Harzvorland. Doch später waren sich alleine einig: Dies war MTB in Reinkultur. 

Tourstart mit Blick auf das Schloß.



Die Tour startet in Wernigerode und führt uns über kleine Nebenwege und zum Teil schon erste Trails nach Blankenburg. Ab hier geht es zur sogenannten Teufelsmauerroute (Bericht)(Bericht 2) von Ingo mit noch einigen extra Schlenkern. Vorbei am Hamburger Wappen über den Rosstrappenpanoramatrail auf den „Kahlenberg“ mit Thaleblick. 

Zufriedene Gesichter sind Aussage genug.

Trailblick

Albert und sein fröhliches Gesicht...



Die folgende kleine Abfahrt bedarf kurz volle Konzentration bevor es weiter zum Teufelsmauerstieg geht. Natürlich haben wir uns dort nur über die für Radfahrer freigegebenen Wege bewegt (wichtig im ersten Bericht sind wir ausversehen über gesperrte Wege gefahren) und somit den Westturm und Königstein in seiner vollen Pracht erlebt. 

Randolf der Seniorenturbo.

Moni erzählt die Teufelsmauergeschichte.

Muss man in Natura gesehen haben.


Weiter führt die Route entlang der Bode um Quedlinburg zu erobern. Die Einfahrt über die kleinen schmalen Gassen zum Schloßvorplatz versetzt mich jedes Mal zurück ins Mittelalter, so müssen sich Ritter auf ihrem Ross damals gefühlt haben.  Nur, dass die Ritter dann keinen Käsekuchenkönig Vincent besucht haben, so wie wir. Interessant war das Gesicht von Eddie als er kapiert hat, dass Käsekuchen nicht wirklich aus Käse ist. 

Eroberung via Radl.

Yes Baby.

Und noch eine Waffel mit erotisch roten Erdbeeren hinterher.

Mega coole Runde.

Mhmmm, Ingwer-Minze-Limonade und Rhabarber-Minze-Schorle.


So gestärkt fuhren wir noch auf den Münzenberg um die Aussicht über die Altstadt aber auch den folgenden Münzbergtrail zu genießen. Der Münzbergtrail entlässt uns auf ein Stück echte „DDR-Pflaster-Tortur-Straße“ und führt uns zu den Höhenzugtrails. Hier ist das Grinsen bei allen trotz der Anstrengungen ins Gesicht gemeißelt, Trails ohne Ende. 

Ausblicke genießen.

Kurze Erklärung was am Ende dieses Weges kommt.
Kleine Abfahrt, die einen gehen auf Sicherheit,...

...die anderen ziehen durch.


Die nächste Pause machen wir an den Höhlenwohnungen in Langenstein und haben Glück sogar eine Dame aus dem Erhaltungsverein der Höhlen anzutreffen. Die nette Dame hat so viele Geschichten zu den Höhlen, dass wir uns am Ende zeitlich losreißen müssen, denn es warten noch weitere Highlights. 

Ein etwas älteres Bild aus der Höhlenwohnung.


Entlang der Goldbach, vorbei am Brockenstedter Mühlenteich geht es zu den „Großen Sandhöhlen“. Hier müssen wir etwas länger verweilen, denn Bertie möchte nicht von diesem schönen Ort fort.

An den Sandhöhlen.


Nur das Versprechen, das Highlight der Tour kommt erst noch, überzeugt ihn irgendwann und wir fahren weiter entlang des Regensteiner Mühlengraben wieder an den Goldbach. 



Anbei ein schöner Film der Dessau Nightriders, und auch wenn man es nicht glauben mag, der schönste Trail-Abschnitt fehlt.

Den Goldbach verlassen wir um ins Teufelbachtal abzubiegen und den Horstberg zu erklimmen. Und nun geht er wirklich los, der Zaubertrail, der Kamm-Traum-Trail des Nordens. Vom Horstberg-Kamm über den Ziegenberg-Kamm weiter zum nächsten Horstberg-Kamm. Sowas erwartet keiner nördlich des Harzes. 

Bertie grinst sich über den Kamm.

Blick aus dem Turm.

Randolf bedankt sich dauernd für den Weg bei mir, als ob ich die Natur geschaffen hätte.


Leider ist dieser Abschnitt viel zu kurz, aber die kleinen Anstiege haben auch genug Körner gekostet und so landen wir verdient in der Wernigeroder Altstadt beim Pizzabäcker. Ein schöner Radltag neigt sich dem Ende. 

Tag 2 - ab in den WILDEN HARZ.


Tag 3 – Die Felsen, die nicht weichen…


Film von Eddie

Moni und mich verschlägt es früh in die Altstadt um beim Frühstücksbrunch viel Energie für die kommende Tour zu tanken. Adrie, Eddie, Bertie, Albert und Randolf erscheinen auf die vereinbarte Minute pünktlich am Treffpunkt und wir verlassen Wernigerode über den Zillierbachtrail. 

Über der Baumgrenze nach dem ersten Anstieg? Adrie und Eddie

Sammeln und in der Ferne die nächsten Ziele zeigen.


Der erste kleine Anstieg über den Eisengrund hoch zum Hartenberg wird mit Schwung genommen, denn alle wollen den Blauen See sehen von dem ich so schwärme. Doch der Blaue See ist derzeit dank Kaulquappen-Invasion leicht verfärbt, was dem schönen Ort im Gegensatz zu dem Müll nicht unattraktiver macht. 

Bertie umfährt den See.

Eddie erkundet die Molchwelt.

Schattensuche!

Adrie und Moni heben ab.
So sieht der See aus dem richtigen Winkel aus. Bild Stadtgui

Moni und ich am Blauen See.



Aber auf den folgenden Bodetrail ist der Müll schnell vergessen. So schön der Weg ist, muss man sich doch voll konzentrieren. Spätestens der Anstieg hoch zum Wendefurther Berg raubt den Sauerstoff, um sich über etwas anderes als Treten, Treten und Treten Gedanken zu machen. Die Abfahrt runter zur Talsperre belohnt für die Mühe des Anstiegs. Weiter geht es durch das Bodetal und über einen kleinen Trail hoch zur Schutzhütte Schöneburg. Hier überrascht uns Moni mit einem Käse und Salami Menü aus ihrem Rucksack. 

Viele Sturmschäden blockieren den Weg.

Aber die Flusswege sind einfach nur genial.

Auffahrt zur Schutzhütte

Könnt ihr lange warten, hier kommt kein Bus!
 Ganz rechts im Bild ist eine kleine Berühmtheit in einer anderen Sportart, was er so macht? KLICK


Um die kleine Mahlzeit auch richtig runterspülen zu können fahren wir weiter zum Stemmberger Haus. Hier bekommt man schon erste Auswirkungen der neuen Hängebrücke zu spüren. Viele Menschen, die irgendwie mit ihren Stöckelschühchen, Badelatschen und Sommerhütchen nicht zu der umgebenden Natur passen und sich ein Taschentüchlein unter den dicken Hintern legen bevor sie sich auf die Holzbank setzen. 

Pause am Stemmberger Haus.


Aber auch wir wollen die Hängebrücke (angeblich die längste der Welt) sehen und fahren nun näher an den neuen Hotspot des Harzes ran. Motorradfahrer sorgen dafür, dass man die „Brücke“ via Akustikortung wahrscheinlich auch aus dem Weltall hätte finden können. Unterhalten jedenfalls ist nicht wirklich möglich, und so machen wir nur schnell ein Bild der Brücke und ziehen uns wieder in den Wald zurück. 

The Bridge

Menschen ohne Ende.



Über „die Lange“ düsen wir erneut der Bode entgegen und landen mitten im Hochwasser! Tatsächlich sind Teile des Wegenetzes entlang der Königshütter Talsperre sowie der Mandelholztalsperre nicht passierbar und wir entdecken so einen kleinen feinen Trail entlang der Talsperren. Entlang der „Kalten Bode“ fahren wir über den Boderandweg nach Elend. 

Alles fahrbar!
Wunderschöne Wege.


In Elend lachen noch alle als ich sage, ihr werdet euch in wenigen Minuten elend fühlen. Doch nur wenige Minuten später nachdem wir den Ulmer-Weg bezwungen und unter der Panoramabahn den direkten senkrechten Schotterweg über die Skipisten nach oben zum Wurmberg fahren, lacht keiner mehr. 

Über den Skihang nach oben.

Kurz den Downhillern ausweichen.

Oben wieder tief Luft holen.


Aber das Lachen kommt mit einem Weizen, Butterbrezeln und Kuchen auf der Wurmbergalm zurück. Doch erneut glaubt mir keiner als ich sage, jetzt folgen knallharte 22 Kilometer, die die Beskidy Trophy wie einen lustigen Sonntagsspaziergang aussehen lassen. Harzer wissen was die folgenden Namen für einen Mountainbiker bedeuten.

Auf den Spuren des Endurotohn.

Was so auf den Bäumen wächst.

Nicht jammern, klettern...


Wurmbergstieg, Großmutter Rodelbahn, Alte Bobbahn, Roter Punkt Weg, Brockenkinder, Weißtannenheiweg, Zetterklippenweg, Sohlwinkelstraße, Öhrenklippenweg, Renneklippen, Kleine-Renne-Weg. Für alle Nichtharzer: Wurzeln, Steine, Felsen, Klippen oder in Monis und meiner Sprache, schöne geniale spaßige Wege. 

Bissel tragen.

Yeaha

Tututut

Klare Ansage, es ist GEIL.

Wer sein Rad liebt...

Ja wo sind sie denn?


Natürlich kam keiner ohne Blessuren an der Steinernen Renne an, aber das Bewältigte gibt jedem psychische Kraft für die kommenden Arbeitswochen.  Für die physische Kraft hingegen rollen wir nun nur noch entlang der Brockenbahnlinie bis zum Eselskrug und verwöhnen uns kulinarisch für das Geleistete. 

Auf der Zetternklippe.

Abfahrt

Sonne


Roter Eselburger!


Leider bedeutete das Ende des Essens auch Abschied von unseren niederländischen Freunden. Mal gespannt wo und wann wir uns wieder sehen, zuletzt haben wir uns ja zufällig im 3-Ländereck Polen-Tschechien-Slowakei getroffen. 


Tag 4 – Zuschauen ist anstrengend…


Moni und ich wollten eigentlich laaaaaaaaaange schlafen, aber die Sonne treibt uns aus dem Zelt. Wir frühstücken gemütlich und fahren zum Cross-Country-Event der Badbiker, welches nur ein Tal weiter stattfindet. Hier feuern wir bissel an bis wir schwitzen, bestaunen die Leistung der anderen, genießen die Kuchentheke und gemütliche nette Gespräche. 

Start - Ziel - Gerade

Die jungen Wilden aus der Nachbarschaft waren auch am Start.



Doch Moni drängelt zum Aufbruch, denn es gilt noch einiges für die nächsten Wochen vorzubereiten…
Jan fuhr mit Absicht auf den 2. Platz, denn nur dort gab es Schierker!


Danke an alle für dieses schöne Wochenende und Richtung Kathrin G. – gute Besserung und positiv denken. Statistisch wird jeder Radfahrer nur einmal vom Auto umgefahren, du hast es hinter dir…

Rennradtour - GPS - KLICK
Teufelsmauer - GPS - KLICK
Brückentour (wir sind durchs Tal gestartet) - GPS - KLICK