Donnerstag, 31. März 2016

Rennrad Schneemarsch Riesengebirge

Sonnenschein und Rennrad, fast perfekt...


Kann es besser kommen? Wir werden in unserem Apartment am Ostersonntag von der Sonne wachgeküsst. Wir stehen auf, frühstücken kräftig und machen uns radfertig. Heute wollen wir rund um das Isergebirge fahren und dabei die Grenze am Spindlerpass im Riesengebirge bewältigen.

Die Straße leer, die Sonne scheint, dies wird ein schöner Tag.

Nach nur wenigen Metern auf dem Rad entledigen wir uns einer ersten Kleidungsschicht. Es geht doch nichts über das Zwiebelprinzip beim Radln. Wir fahren über eine schöne Straße der Sonne entgegen den ersten Anstieg hoch bis dieser uns an der sogenannten „Todes-Kurve“ (eine 180 Gradkurve) einen Weitblick ermöglicht.

Noch sehen wir nur Bäume...

...aber fährt man in die Kurve rein eröffnet sich einem...

...der Blick auf diese Berge, mit einem unserer Tagesziele oben auf dem Kamm.

Wir staunen nicht schlecht, denn von hier sehen wir zum ersten Mal wo wir heute drüberfahren wollen. Wir blicken auf die Wand der 1.400-1.500er, die das Grenzgebiet zwischen Polen und Tschechien bilden. Da oben wollen wir die Grenze passieren, wo man heute auch von weitem die Schneeverwehungen an den Hangkanten sieht. Ganz ehrlich, ich hatte nicht damit gerechnet, dass hier noch tiefer Winter ist.

Ich bin erstaunt, datt sind ja doch richtige Berge hier.

ab in die Abfahrt

erster Schnee am Wegesrand

Wir ziehen uns wieder unsere Windjacken über und stürzen uns in eine erste 400 Höhenmeter vernichtende Abfahrt die erst am Fluß Kamienna im Örtchen Pichowize ihr Ende findet. Und wo ein Ende, da ein Anfang und zwar der Anfang des Aufstieges zum Spindlerpass durch den schönen Nationalpark Riesengebirge. Eingerahmt von 1.400ern liegt der Pass in einer Senke im Schatten der „kleinen Sturmhaube“ auf 1.200 Metern. Die Schilder zeigen an, der Pass ist frei.

Wir kommen durch kleine schöne Dörfer

Der Nationalpark empfängt uns mit Sonne

Der Schnee wird wieder mehr

Die ersten 350 Höhenmeter treten wir auch locker weg und erfreuen uns der Natur und der absolut autofreien Straße. Doch kurz hinter dem Örtchen Borowice ist die Straße plötzlich nicht wirklich geräumt. Da ich aber gelesen habe, dass hier sogar Busse im Winter fahren, gehen wir davon aus, es wird wieder besser.

Wir können nur noch in den vereisten Fahrspuren fahren.

Die Spur wird enger

Ja hier wurde geräumt, aber wie.

Die erste 19 % Rampe.

Doch nichts da, es wurde schlimmer und irgendwann konnten wir definitiv nicht weiter fahren. Handy raus, gegoogelt und ups, da steht ja, dass nur die Südseite im Winter durch die Busse befahrbar sei, das habe ich wohl irgendwie überlesen. Da es aber nur noch ca. 5 Kilometer bis zum Pass sind, das Wetter nahezu perfekt ist, beschließen wir diesen eben zu Fuß zu erreichen.

Der Schnee wird auf der Sonnenseite richtig sulzig.

An einigen Stellen wurde auch gar nicht geräumt


Weiter oben wurde der Schnee wieder fester, aber mit dem Rennrad nicht befahrbar.


Aber die zum Teil über 20% steilen Abschnitte mit Schnee und Eis sind schon heftig und lassen zumindest mich öfters an diesem Unternehmen zweifeln. Als uns dann allerdings 2 Jeeps entgegen kommen, wissen wir, schlimmer kann es nicht werden.

Es gab aber sogar andere Verkehrsteilnehmer

Moni kann im Gegensatz zu mir noch lächeln.

Ich bin am verhungern...

fast oben

die Bäume werden weniger

Oben angekommen, ist die Straße genauestens ab Staatsgrenze geräumt und wir kehren aus unserem einsamen Aufstieg in eine fröhliche Skiwelt ein. Der Fernblick ist genial, aber nichts gegen meinen Hunger und so begeben wir uns zur Nahrungsaufnahme.

Sonne, auftanken, weiter geht's


OBEN


Ab in die Hütte da unten


Pause


Lecker



Gestärkt machen wir uns auf in die Abfahrt. Diese ist auch wunderschön aber erfordert volle Konzentration. Gestreut wird hier scheinbar mit einem sehr groben Splitt und dieser liegt haufenweise rum, so dass wir nur schwer erkennen können, ist dies nun Eis oder nur Splitt.


Noch kurz Ausblicke genießen.

Abfahrt

in den schattigen Ecken machten uns Eis und Split das Radln schwer.

Wir kommen durch den Skiort Spindlermühle und erst hier wird uns bewusste, wir sind an der Quelle der Elbe vorbeigedonnert ohne ein Bildchen zu machen. Wir verlassen das Tal der Elbe in Hohenelbe und fahren nun über einige kleine Anstiege und Hochebenen durch kleine Ortschaften ins Tal der Iser. Hier am Fluss, der auch Namensgeber des Isergebirges ist, im Örtchen Rochlitz machen wir erneut eine Pause in der Sonne.

Im Tal war fast Frühling.

Wo sind wir? Erst hier erkenne ich das wir an den Elbequellen waren.

Einfahrt in den Ort Spindlermühle

An der Elbe!

In der Sonne können wir wieder lachen.

Lecker Essen in der Sonne.

Weiter geht es aber entlang der Jizera und über einige Anstiege hoch an die Darretalsperre. Hier bleiben wir kurz stehen, essen einen Riegel und genießen den Blick über den gefrorenen See und freuen uns nur noch einen kleinen Pass vor uns zu haben und in ca. 1,5 Stunden faul auf der Couch liegen zu können.

Es geht wieder aufwärts über kleine Nebenstraßen.

Immer wieder kommen wir in kleine Siedlungen.

An der Iser

Darretalsperrensee

Wir fahren ein Stück am See entlang und stehen vor einer Straßensperrung mit dem Hinweis Skiloipe. Wir schauen uns ungläubig an, kann doch nicht sein dass hier eine Landstraße einfach zur Loipe umfunktioniert wird. Aber so ist es. Dazu kommt, dass wir weder Kartenmaterial dabei haben, das Handy hier oben keinen Empfang hat, die Dunkelheit kommt und uns somit die Alternativen fehlen.  Wir laufen also mal wieder die Rennräder schiebend los.

Und Straße fertig...


...Schneemarsch.

Es ist wie es ist, sagt Moni.

Also schieben wir über die Landstraße

Die Sonne verschwindet und mit ihr die angenehmen Temperaturen.

Nach ca. 7 Kilometern erreichen wir mit Einbruch der Nacht den kleinen Pass „Studanky“ und nach weiteren 2 Kilometern endlich den Ort „Bily Potok – Smedava“ und eine geräumte Straße.  Die nun bei Tageslicht bestimmt wunderschöne Abfahrt mit über 400 Höhenmetern wird zur eiskalten Geduldsprobe.

Die Rennradschuhe sind für solche Märsche im Schnee nicht gemacht.

Wir erreichen den kleinen Pass, aber keine Straße und machen dicke Backen.

In der Dunkelheit kommen wir an einer Hütte an, ab hier ist die Straße wieder geräumt.

Die letzten Kilometer fahren wir schweigsam immer unseren Lichtkegeln hinterher. Wir erreichen Polen, gehen bei „unserem Entenwirt“ Getränke einkaufen, fahren Heim, gehen Duschen und schlafen ein.

Wir montieren die Lichter und fahren weiter.

immer dem Lichtkegel hinterher

endlich wieder an der Grenze, bald geschafft.
Wir gehen für den Abend im Restaurant Getränke einkaufen.

Fazit 1:

Wenn dein Fuß durch eine Schneedecke bricht, du dadurch in einem kleinen Schmelzwasserbach stehst und dann sagst: „Oh ist das schön warm!“ – dann hast du in Wirklichkeit kalte Füße.

Überschuhe haben die Wanderung nicht ausgehalten.

Fazit 2:

Die Runde ist im Sommer bestimmt noch schöner, aber bestimmt nicht mit diesem Hauch von Abenteuer versehen. 

Auch mit dem MTB hatten wir Schnee.


Was wir an den Tagen davor und danach mit dem MTB erlebt haben könnt ihr HIER KLICKEN lesen. 

Links

Tour-GPS-Daten auf Gpsies - KLICK

Weitere Bilder - KLICK

Isergebirge - KLICK

Riesengebirge - KLICK

Spindlerpass - KLICK

Darretalsperre - KLICK
Hier noch ein Reisebericht mit Streckenlinks über diese Gegend. - KLICK


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