Mittwoch, 30. September 2015

Radl-Dolce Vita in Holland - Gulbergen 24

schön war es *1


„Ich möchte gerne irgendwo ein Wochenende entspannen bei dem gutem Wetter und das am besten mit BBQ, einem See oder Fluss in der Nähe und einem Berg“ so Monis Auftrag an mich. 

BBQ, Berg, Fluss waren also meine Suchbegriffe und gelandet sind wir hinter „America“ (der Ort nennt sich so) am Fuße des Gulberg am Eindhövischen Kanal zwischen Nuenen und Geldrop. Der Gulberg ist eine Erhebung östlich von Eindhoven und ist komplett umfasst vom Golfgelände „Golf De Gulbergen“ und immerhin 61 Meter hoch. 

Blick vom Gulberg runter auf ein Teil des Fahrerlagers


Dass zu dem BBQ auch noch ein Mountainbike-Event gehört, ist natürlich doppelt gut. Starten kann man hier zu einem 6-Stunden- oder 24-Stunden-Rennen. Da wir uns erholen wollten, haben wir uns nur für das 24-Stunden-Rennen angemeldet und von vorne herein gesagt, es wird gemütlich geradelt und das Event genossen. 

Bereit für ein schönes Wochenende


Die Startgebühr von 35 Euro pro Person inkl. Stellplatz fürs ganze Wochenende ist im Verhältniss zu anderen Events ein Schnäppchen, lässt aber auch die Erwartungen nicht ganz so hoch schnellen was die Orga und das Event angeht. 

Wegweiser beantworten alle Fragen


Egal, das Wochenende kam und wir saßen ruck zuck in unserem Auto Richtung Holland. Kaum von der Autobahn runter stehen in „Eeneid“ auch schon Posten und lotsen uns zum Eventgelände. Hier staunen wir nicht schlecht. Erwartet haben wir fast nichts, aber hier steht alles was uns das Wochenende versüßen kann. Ein Festzelt, diverse Futterbuden und abartig viele freundliche Helfer.

Biergarten, Festzelt und vieles mehr


Ohne Probleme bekommen wir unsere Akkreditierungsunterlagen und werden mit dem Bus weiter entlang des Kanals geschickt. Hier empfängt uns ein weiterer Helfer und wir bekommen einen Stellplatz zugeteilt mit den Worten: „Wenn euch der nicht passt, nehmt irgendwo, wo es euch gefällt, einen anderen“. Holländische Gelassenheit, ich liebe sie. Dachte ich bisher in Duisburg fahren manche Teams gigantische Zelte auf, durften wir hier eine neue Dimension erleben. 

ganze Paläste wurden aufgebaut

das Eventgelände war richtig schön beleuchtet


Das Fahrerdorf gefüllt mit Gute-Laune-Menschen, sind wir sofort von der guten Stimmung infiziert. Unser Zelt schnell aufgeklappt erfahren wir, dass die Strecke erst morgen früh wieder befahren werden darf. Egal, ab zum BBQ und ins Zelt zur Livemusik.  Der gebotene Jazz ist nicht jedermanns Sache, aber das Bier bzw. das Radler schmeckt zu dem Grillgut und die Stimmung ist super.

Yeaha


Irgendwann landen wir in unserer Koje und werden von der Musik aus dem Nachbarzelt am nächsten Morgen geweckt. Also aufstehen, die ersten Sonnenstrahlen tanken und erstaunt feststellen, wir haben schon 10:00 Uhr. Moni deckt den Frühstückstisch und garniert mir mein Marzipanbrötlein mit Grünzeugs, pffff.

Ungesundes Zeug auf meinem Frühstück


Nach dem Frühstück machen wir uns fertig und besuchen Daniel und sein Team von „Coffee and Chainrings“ kurz (KLICK zum Bericht eines Solofahrers)  und machen uns auf um die Strecke zu erkunden. Doch auch hier sind wir wieder zu spät dran, Trainingszeiten vorbei. Somit geht es aufs Eventgelände und die Stimmung im Biergarten sitzend genießen und warten bis sich die Fahrer für den Start aufstellen.

erst einen Schwatz

dann Daumen hoch

das Fahrerfeld sammelt sich


Sehr schnell füllt sich dann auch die Startwiese mit den Fahrern. Vorne die 6-Stunden-Teams, dahinter alle 24er und ganz hinten die Solohelden. Da ich die Strecke nicht kenne, beschließe ich einfach mitzurollern nach dem Start. Doch die Zuschauern puschen das Feld so hoch, dass an mitrollern nicht zu denken ist. Direkt nach dem Start wird Vollgas losgebrettert in bester CC Manier, kurze Engstelle, ab durchs Festzelt und zum ersten Mal den Berg hinauf. 


früh am Morgen ist das Zelt noch leer *1
der Weg zieht sich den Berg hoch


Uff, das ist ja wirklich ein Berg mit 56 Höhenmetern am Stück aber ein Doppel UFF UFF für die Abfahrt. 9 Spitzkehren führen auf der anderen Seite des Berges wieder runter um direkt in einen kleinen Gegenanstieg zu fahren. Ist dieser überwunden geht es über eine Gerade durchs Fahrerlager und mit einem schlenker über eine extra für das Event errichtete Brücke auf die andere Kanalseite. 

über Spitzkehren wieder runter


im Wiegetritt geht es den Berg hoch *1


Nun folgt ein Pumptrack-Singletrail, gefolgt von vielen Trails bis der Wald einen plötzlich am Seeufer des „Wolfsen“ ausspuckt. Darauf folgt eine Vollgaspassage über den Strand um die Seen durch einen Campingplatz wieder in den Wald. Und sofort ist man wieder auf kleinen Trails unterwegs die einen irgendwann wieder an den Kanal führen. Jetzt noch ein Stück am Ufer entlang, über 2 Brücken, durchs Festzelt und schon ist man wieder am Berg. 

Spitzkehre

eine der Brücken

Waldtrails

am Seeufer

wieder im Wald

Pumptrack


ohne Sonne wurde es richtig kalt *1


Boaha, was für eine geile Strecke und doch bin ich froh, dass wir hier nicht auf Attacke fahren, denn diese Strecke hat Anspruch und verzeiht keine Unachtsamkeit. So gibt es gerade in der Anfangsphase auch einige Stürze aber und das verwundert mich total, kein einziges Mal wildes Gedrängel auf den Trails. 

Moni am Berg *1


Der Umgang unter den Fahrern ist wirklich total freundlich. Was aber auch daran liegen kann, dass hier fast alle Teams ihren Saisonabschluss zu feiern scheinen. Und die Teamgrößen hier „nur“ in 2 Klassen aufgeteilt sind. Teams mit 2-6 Fahrern und Teams mit 7-12 Fahrern. Also selbst wenn wir gewollt hätten, hätten wir keinerlei Chancen gehabt zu zweit gegen die 6er Teams. 

im Eventbereich

Bergeinstieg


Als Moni von ihren ersten Runden zurück kommt ist auch sie total begeistert von dieser wirklich schönen Strecke und so fahren wir sogar am Anfang um Platz 20 mit. Doch leider passe ich in einer Kurve nicht richtig auf und lande beim Hinterradversetzen direkt auf einem kleinen Baumstumpf und zackbummzisch ist die Luft raus und das Hinterrad eiert blöde rum. Nun war Joggen angesagt für die nächsten Kilometer. 

ab zum Service

Warm-Up Zone


Zum Glück konnte der Radservice alles richten und mir mit einem Schlauch aushelfen. Allerdings waren wir nun irgendwo um Rang 45-50 und soll ich euch was sagen? Plötzlich mal wieder mit Schlauch zu fahren ist total ungewöhnlich und kostet vor allem beim Antreten richtig Kraft. Meine Rundenzeiten deutlich schlechter wie vorher schlauchlos. 

Ausfahrt aus der Eventkurve

Moni am Berg


So geht es noch einige Runden in die Dunkelheit hinein als ich bei der Zeltdurchfahrt Livemusik vernehme und in der Pause das BBQ entdecke. Kurzer Schnack mit Moni und schon stehen wir unter der Dusche, am Essens-Stand, an der Bar im Partyzelt und sind am Futtern und mit der Livemusik im Takt am Schunkeln. 

kurz vor dem Sonnenuntergang - ich habe meinen Spaß auf der Strecke *1
Yeaha, Musik und Tanz

bissel Stärkung



Genau so haben wir uns das Wochenende vorgestellt, Radln und Feiern. Als wir das Partyzelt verlassen ist es verdammt feuchtkalt und wir beschließen erst mal ein Verdauungsschläfchen zu halten. Welches dann aber bis zum nächsten Morgen andauerte. So gingen wir auf Platz 93 liegend (räusper – letzter Platz)  zusammen mit der Sonne wieder auf die Rundenhatz. 

alles Nass-Kalt

die Sonne kommt wieder

Blick von der Strecke am Morgen


Und was sollen wir sagen? Es war so schön zu erleben wie die Sonne langsam den Morgennebel vertreibt und Schicht für Schicht von den Klamotten unnötig werden ließ.  Wir sammelten mit einem Dauergrinsen im Gesicht noch einige Runden und hatten einfach nur Spaß. Und wenn man denkt schöner kann es nicht werden, kommt am Berg noch eine Band daher. 

Livemusik am Berg

Arbeitsteilung - Moni fährt für 2 - ich frühstücke für 2


Das Finale hier ist richtig gut angelegt. Es gibt extra eine Zone zum Sammeln der Teams, bevor diese zusammen egal mit wie viel Fahrern ins Eventgelände einbiegen und von den Zuschauern gefeiert werden. Leider haben Moni und ich das zu spät gerafft. Egal, trotzdem Gänsehautfeeling pur was die Holländer hier fabrizieren. 

Zieleinfahrt


Wir sitzen danach noch lange im Event-Biergarten und futtern uns durch die verschiedenen Stände und stoßen mit zahlreichen „Bavaria-Radlern“ an. 

Moni während des Rennens

Die Wechselzone war teilweise sehr feucht

richtig Cool, es gab überall gutgelaunte Jury

Strecke am Kanal

Wechselzone



Am Ende hatten wir trotz der langen Pausen aber auch noch ca. 330 richtig schöne Kilometer in den Beinen und soll ich euch noch etwas sagen? Das Gefühl im Bauch, im Kopf die innere Zufriedenheit, war größer wie nach so manchen hart erkämpften (Podest)-„Erfolg“.



Ganz klar, dieses Event hat einen Titel verdient: 

Radl-Dolce-Vita-Gulbergen


2016 – das Event steht schon in unserem Kalender als Jahresabschluss! 

Bewegte Impressionen auf You Tube gefunden



Homepage Event - KLICK
*1 Bilder - Connnie Sinteur - KLICK

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